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Auf ein Wort:

„Der Mensch erkennt, daß es nichts nützt,/ Wenn er den Geist an sich besitzt,/ Weil Geist uns dann erst Freude macht,/ Sobald er zu Papier gebracht.“ Eugen Roth

Autor Thema: Reif für die Insel  (Gelesen 101 mal)

G._Kabashi

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Reif für die Insel
« am: 10 Mai, 2018, 11:19:35 »




Reif für die Insel
Autor: Gendori Kabashi

12.05.2012 →26.12.2013
Vorwort

Hallo Werter Leser,


Sebastian ist frustriert. Keine Arbeit, keine Freundin, nicht einmal ein Freund, jedenfalls keiner dem er sich anvertrauen könnte. Er ist zudem völlig außer Form geraten. Irgendwann reicht es ihm und er will versuchen zumindest am letzteren etwas zu ändern und trifft dabei auf jemanden, der irgendwie anders ist. Jemand, der ihm viel­leicht doch helfen könnte. Allerdings auf eine Art und Weise, die er sich nicht einmal in seinen kühnsten Träumen hätte ausmalen können. Der Name dieses jemand ist, Karolus.


Prolog


„Verpiss dich endlich, du fettes Schwein!“ Sebastian duckte sich und die billige Vase zerschellte an der Tür hinter ihm, einen Moment später und Saskia hätte ihn tatsächlich getroffen. Hastig riss er die Tür auf, verließ das Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Das gedämpfte Poch und ein leises klirren verrieten ihm, das ein weiterer Einrich­tungsgegenstand ein unseliges Ende an der Tür gefunden hatte.

„Lass dich hier nie, nie wieder blicken!“ kam es gedämpft aus ihrem Raum.

Aus, vorbei, drei Jahre enger Freundschaft waren zu Ende. Gesenkten Hauptes stapfte Sebastian den Flur ent­lang und versuchte die Tränen zurückzuhalten. Saskias Mutter blickte aus der Küche hervor. Die Mittvierzi­gerin sagte kein Wort des Abschiedes, sondern schien zufrieden damit zu sein, dass ihr verzogenes Goldpüpp­chen ihn abserviert hatte. Wortlos ging er an ihr vorbei, den Kopf nach unten gerichtet, die Hände zu Fäusten geballt und verließ die Wohnung der Krauses. Das Treppen­haus erschien ihm heute besonders kalt und die Farbe, ein furchtbares Gelb, wie Pisse. Sebastian stapfte die Treppe herab, seine Hände nun tief in den Ta­schen der Jeans vergraben und bemühte sich nicht zu heulen. Das wollte er nicht hier geschehen lassen, auch wenn Saskia das vielleicht nicht mitbekam, so doch jemand anderes und diese Erniedrigung wollte er nicht auch noch über sich ergehen lassen.

„Das zahle ich dir irgendwann heim, Schlampe!“ murmelte er, „Irgendwann wirst du das bitter bereuen!“

Sie hatte ihn für einen reichen Pinkel sitzen lassen, einem Marten von Soundso. Jedenfalls jemandem, der mit der Kohle um sich werfen konnte und wahrscheinlich noch nie einen Euro durch eigener Hände Arbeit selber verdient hatte. Sein Be­ruf musste jedenfalls Sohn sein. Mit so einem konnte er nicht mithalten, selbst wenn er gewollt hätte. Soweit konnte er Sakia ja noch verstehen, aber die Art und Weise, wie sie mit ihm Schluss ge­macht hatte, das schlug dem Fass den Boden aus. Sie hatte ihm am Nachmittag eine SMS gesendet.

-ES IST AUS! Ruf nicht an!!!!!!-

Wie aus allen Wolken war er gefallen, als er diese paar Worte gelesen hatte. Auf seinen Anruf reagierte sie nicht und nach mehreren Versuchen musste sie ihr Handy abgeschaltet haben. Darum war er dann am Abend zu ihr herüber gekommen, um sich mit ihr auszusprechen. Großer Fehler! Das Ende war diese furchtbare Szene gewesen.

Er verließ das Haus in dem Saskia wohnte und ohne zu überlegen wohin er wollte oder darauf zu achten wo­hin er überhaupt ging, lenkten ihn seine Schritte zum Park der Stadt. Dunkel und nebelig war der späte Abend geworden. Sebastian zog die Jacke enger um sich, er fror. Wenig später war er am Park angekommen und lenkte seine Schritte eine kleine Seitenstraße entlang. Links waren alte Anwesen aneinandergereiht, die aus der Zeit des Jugendstils zu stammen schienen und zu seiner rechten war die Straße vom hohen schmiedeei­sernen Gitterzaun des Parks begrenzt. Noch im­mer ganz in seinen trüben Gedanken versunken, hörte plötz­lich ein krachendes Geräusch vor sich und dann fuhr ein Taxi vorbei und bremste scharf. Die Gedanken an seine verpatzte Beziehung vergaß er für einen Augenblick und beob­achtete die Szene, die sich da vor ihm ab­spielte. Im Scheinwerferlicht des Autos konnte Sebastian eine Ge­stalt auf der Straße liegen sehen. Das Taxi, das ziemlich schnell unterwegs war, hielt mit quietschenden Bremsen an und der Fahrer stieg laut fluchend aus seinem Wagen aus. Dann schien er sich wieder beruhigt zu haben. Er half jemandem auf und setzte die Person, so wie es aussah einen jungen Mann, in den Fond des Ta­xis. Einen großen Ast, der auf der Straße lag, zerrte er noch zur Seite, stieg dann wieder in seinen Wagen und brauste davon.

„Was war denn das für ein Stunt?“ fragte sich Sebastian.

Als er einen Hund bellen und die Stimmen zweier Männer hörte, beschloss er hier nicht weiter Maulaffen feil zu halten, sondern nahm die Beine in die Hand und trabte über die Straße zu einer anderen Gasse. Erst als er um eine Straßenecke gelaufen war hielt er an. Er linste um die Ecke und konnte zwei hin und her tanzende Lichtkegel sehen, die von kleinen aber leistungsstarken Taschenlampen herrührten und über den Zaun und die Straße strichen. Eine Gestalt wickelte ein Reflektor-band um einige Gitterstäbe, er schien die Stelle zu markieren und wendete sich dann dem anderen Mann zu, der einen Hund an der Leine führte. Was die beiden Männer besprachen konnte er nicht verstehen und war ihm auch egal, er hatte seine eigenen Probleme. Erst jetzt wurde sich Sebastian bewusst wo er sich befand. Er war nicht mal Ansatzweise in der Nähe seiner Woh­nung, die auf der anderen Seite der Stadt lag. Fluchend machte er sich auf den Heimweg, aber durch den Park würde er an diesem Abend nicht gehen, obwohl es eine Abkürzung gewesen wäre. Den Einsatzwagen der Polizei, der an ihm vorbeifuhr, nahm er gar nicht wahr.






Zwei Monate später.

Sebastian Maneska atmete noch einmal tief ein, dann gab er sich einen Ruck und stieß die Tür zum Foyer des „Schnalles Fitness-Center“ auf und betrat zum allerersten mal den hell erleuchteten Raum. Sein Blick schweifte über die moderne Einrichtung, die in frischen Farben gehalten war und so den Eindruck von Ju­gend, Gesundheit und Fitness erwecken sollten. Mehrere Personen saßen um einen niedrigen Tisch herum in tiefen Sesseln, die sehr bequem aussahen. Die Mitglieder dieser Gruppe unterhielten sich lautstark und tran­ken dabei Mineralwasser aus großen Gläsern. Sebastian konnte sich nichts anderes vorstellen. Ihr Lachen drang zu ihm herüber und machte Sebastian zum einen neidisch und zum anderen verunsicherte es ihn auch. Als die Tür sich hinter ihm schloss, erklang ein heller Gong und kurz blickten einige der Besucher zu ihm herüber. Sebastian errötete, er senkte verschämt seinen Blick.
Er war sich zu bewusst welchen Eindruck er, auf die offensichtlich durchtrainierten, Gäste machen musste. Er war seit drei Jahren auf der Suche nach Arbeit und hatte sich in dieser Zeit recht gehen lassen. Damals wog er noch 85 kg, aber bei einer Größe von 1 m 80 cm war das eher normal, doch seitdem hatte er mehr als 40 kg zugelegt. Na ja, um ehrlich zu sein, waren es bereits über 45 kg oder mehr die er mit sich herumschleppte. Sebastian war regelrecht versumpft. Zuviel Cola, Chips, Erdnussflips, dass seine Freundin ihm jetzt auch noch für einen reichen Schnösel den Lauf­pass gegeben hatte, war auch nicht gerade förderlich gewesen. Dar­aufhin hatte er sich keine Gedanken mehr über sein Aussehen gemacht und lebte nur noch in den Tag hinein. Erst ein Flyer von diesem Fitness-Studio, der ihm vor seinem Stamm-Supermarkt irgendwie in die Hände fiel, hatte ihn aufgerüttelt. Das oder sein Spiegelbild in einem der Markt-Fenster, aber das war jetzt neben­sächlich, Sebastian war da.

„Ich ziehe das jetzt durch, oder ich mache Schluss. Keine Ausflüchte mehr, Basti!“ murmelte er.

Er blickte wieder auf und ging auf die Rezeption zu, hinter der eine hübsche Frau mittleren Alters saß.

„Hallo, herzlich willkommen im „Schnalles Fitness-Center“. Ich bin Biene und was darf ich für dich tun?“

Biene blickte ihn offen und freundlich lächelnd an, doch zugleich etwas abschätzend, aber nicht um eine Wertung zu erstellen, sondern wohl eher um ihr ihn besser kennenzulernen. Sebastian war überrascht, ihre Stimme war freundlich und hatte ein warmes Timbre. Sie klang wie jemand, der einen guten Freund traf und jedes Wort ehrlich meinte und nicht nur so tat, weil es nur ihr Job war.

„Ja, äh, hallo.“ druckste Sebastian herum.

„Also, ich habe hier diesen Flyer gefunden und wollte gerne wissen, ob es stimmt was hier steht.“ fuhr er fort und hielt den Zettel kurz hoch.

„Du meinst sicher unsere Sonderaktion für Arbeitslose?“ fragte Biene offen.

„Hm, ja.“

„Das ist absolut zutreffend. Du bekommst eine vergünstigte Mitgliedschaft und kannst tagsüber alle Trai­ningsmöglichkeiten und Angebote von uns ohne Einschränkung nutzen. Hier bitte.“

Sie reichte ihm ein For­mular und einen Stift über den Tresen, „Wenn du das hier ausgefüllt hast, kannst du gleich sofort loslegen. Du hast Sportklamotten mit?“

Sebastian nickte und nahm das Blatt und den Stift entgegen und füllte schnell die wenigen Felder aus. Da­nach überflog er schnell noch den Text, in dem ein paar Bedingungen standen und auch die Preise. Die waren überraschend gering und er konnte es sich erlauben diesen geringen Betrag aufzuwenden. Er reichte Biene das Blatt zurück und wollte auch den Stift zurückgeben, aber sie winkte ab. „Den kannst du behalten.“ Biene prüfte kurz seine Angaben und tippte seine Daten und ein paar Zahlen in ihren Computer ein, dann griff sie in eine Schub­lade und reichte Sebastian eine Keycard, auf der sie noch schnell seinen Namen notiert hatte.

„Dies hier,“ erklärte sie ihm „ist dein Schlüssel für dein Schließfach. Welches du nimmst ist egal. Verstau ein­fach deine Sachen in eines der Schließfächer, Tür schließen, dann die Karte in den Schlitz stecken und am Türgriff drehen. Die Karte ziehst du dann wieder heraus und das Fach ist verschlossen. In einem kleinen Dis­play erscheint dann dein Name oder ein Symbol, das du dir hier aussuchen kannst.“

Sie deutete auf einen kleinen Computerterminal direkt neben der Rezeption.

„Es ist ganz einfach. Du steckst die Keycard in den Schlitz und dann hast du hast freie Auswahl.“

Sebastian betrachte kurz den dunklen Bildschirm und steckte die Karte wie Biene gesagt hatte in den Schlitz. Auf einem Bildschirm darüber erschien sein Name mit einer kurzen Begrüßungsnachricht und der Frage ob er seinen Namen oder ein Symbol nutzen wollte. Er entschied sich für das Symbol und sah kurz nach welche noch verfügbar waren. Erfreut sah er, dass es einige ägyptische Hieroglyphen gab. Das alte Ägypten liebte er über alles. Schon seit Kindestagen an war er von diesem alten Land mit seiner außergewöhnlichen Kultur fas­ziniert gewesen und das hatte sich auch nie geändert. Er wählte eine Hieroglyphe aus, die er aus dem Internet kannte und die ihm schon immer gefallen hatte. Es war der Name von Bastet, die katzenköpfige Göttin.




„Aha, Bastet! Ein schönes Symbol Hast du sonst noch eine Frage?“

„Wo ist der Umkleidebereich?“

Lächelnd wies sie auf einen eher unauffälligen Wegweiser hinter sich.
„Folge dem weißen Kaninchen!“ sprach sie mit einer verstellten Stimme und dann lachte heiter, als ob sie ge­rade einen guten Witz erzählt hätte.

Sebastian schaute erst etwas dümmlich drein, doch auf dem Wegweiser waren wirklich Tiere dargestellt, ein Hund, eine Katze, eine Maus und neben einigen weiteren war da auch ein kleines weißes Kaninchen.

„Kennst du nicht den alten Film Matrix?“ fragte sie.

Kurz überlegte er, dann fiel bei Sebastian der Groschen und ein Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit.

„Klar, ahh, jetzt verstehe ich.“ und er lachte auf. „Der ist echt gut!“

Guter Dinge machte er sich auf und begab sich in die entsprechende Richtung.

„Folge dem weißen Kaninchen!“ murmelte er und kicherte. Seine Laune hatte sich bereits sehr verbessert und er hoffte, dass der Abend so weiterging.

Kaum das ihr neuer Kunde um die Ecke verschwunden war, griff Biene ihr Telefon und wählte eine Nummer. Sie musste nur kurz warten, dann meldete sich jemand.

 „Hallo, Biene hier, von Schnalles.“ …. „Ich glaube ich habe hier jemanden, der für sie interessant sein könn­te.“  ….. „Er ist gerade gekommen, wenn sie jemanden vorbeischicken kann der sich ja ein Bild machen.“ …. „Ok, alles weitere dann wie gehabt?“ …. „Ich habe nichts anderes erwartet. Einen Guten Abend dann noch. Tschüssi!“

Sie beendete das Gespräch und lächelte gut gelaunt. „Wenn alles klappt ist der nächste Jahresurlaub gesi­chert.“ dachte sie zufrieden und wandte sich dem nächsten Gast zu, der ihr sein Anliegen vorbringen wollte.

Sebastian hatte mittlerweile den Umkleideraum gefunden und er saß unschlüssig auf einer Bank. Er traute sich nicht sich umzuziehen, solange noch jemand dabei war. Besonders, wenn dieser jemand so offensichtlich ein Gegenpart zu seinem eigenen schlappen Aussehen hatte. Die anderen Männer achteten aber nicht auf ihn. Sie unterhielten sich lautstark über Gewichte, die sie stemmten, über Frauen und Männer, Pflegemittel und noch vielem mehr. Als er endlich allein war, zog er sich hastig um und stopfte seine übrigen Klamotten in das Schließfach. Die Keycard versah ihren Dienst und er hängte sie sich an einem Band um den Hals. Dann be­trat er das Studio. Die Räume waren warm und die Klimaanlage sorgte für eine angenehme Luftbewegung. Als erstes bemerkte er den Geruch von unzähligen Deodorants und Luftverbesserern, die vergeblich den Schweißgeruch zu überdecken versuchten und kläglich dabei versagten. Dieser scharfe Geruch ließ Sebastian erst zurückweichen und er würgte etwas, doch dann ging er trotzdem weiter und begab sich zu einem der Ho­metrainer.

„Eine Runde zum Aufwärmen kann nicht schaden.“

So begann er also auf dem Gerät zu strampeln. Und nach einer weile lullte ihn die monotone Bewegung ein. Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn und liefen seine Backen hinab und tropften auf sein Shirt. Bald schon bildeten sich große Flecken auf dem Shirt. Eine Hand legte sich auf Sebastians Schulter und er er­schrak.

„Ho, ho, ho, mein Freund, mach mal langsam!“

Er stoppte und merkte dann, wie er keuchte und wie sein Herz raste, aber nicht durch den Schreck, den die plötzliche Berührung ausgelöst hatte. Nach Atem ringend sah er auf und blickte in das besorgt dreinschauen­de Gesicht eines ihm vollkommen fremden jungen Mannes.

„W.... was?“

„Bist wohl ein Neuer, oder? Ich habe dich hier jedenfalls noch nicht gesehen.“

„Mhm.“ brummte Sebastian.

Die Augen des Fremden musterten ihn eingehend. Sebastian war sofort von ihnen fasziniert. Sie strahlten eine tiefgehende Ruhe aus und schienen auch vor Humor zu funkeln.

„Du solltest unbedingt eine Pause einlegen. Man, du siehst ja aus, als ob du gleich explodierst!“

Sebastian schaute sich kurz um und sah sein Spiegelbild in einem der vielen Spiegel und erschrak. Sein Ge­sicht war rot wie eine Tomate und sein Shirt und seine Hose war dunkel vom Schweiß. Der Stoff klebte auf seiner Haut, ein widerliches Gefühl, bäh.

„Huh, dass h...habe ich gar nicht gemerkt.“ stotterte er.

„Anfängerfehler, kann jedem mal passieren. Steig mal von der Tretmühle herunter und komm erst mal wieder zu Atem.“

Sebastian stieg vom Hometrainer ab und merkte wie seine Beine den Dienst verweigern wollten. Er wäre si­cher gestürzt, wenn ihn der Mann nicht gestützt hätte. Nur mit Mühe gelang es diesem, Sebastian zu einer na­hen Sitzgruppe zu bugsieren, wo er wie ein nasser Sack hin plumpste.

„Junge, junge, junge kein Training und dann als erstes versuchen einen Weltrekord im Schlappmachen aufzu­stellen?“

Sebastian wollte protestieren und öffnete schon den Mund um sich zu rechtfertigen, als der Mann eine Trink­flasche nahm und Sebastian etwas von der darin enthaltenen Flüssigkeit in den Mund goss. Sebastian schluckte die kühle Flüssigkeit. Sie schmeckte wie ein isotonisches Getränk. Salzig und etwas süß mit einem hauch Zitrone, der metallene Beigeschmack fiel ihm kaum auf. Der Mann hielt ihm die Flasche hin und Se­bastian ergriff sie ohne zu zögern. Gierig leerte er sie aus.

„Besser?“ fragte ihn der Spender.

„Yep!“ antwortete Sebastian. „Viel besser. Ich .. ich habe gar nicht gemerkt, dass ich mich so verausgabt hat­te! Danke für das hier.“ Er reichte die Flasche zurück.

„Nichts zu danken. Ich bin übrigens Karolus,“ stellte sich der Mann ihm vor und bevor Sebastian selber sei­nen Namen nennen konnte fügte Karolus noch hinzu: „Und du musst Sebastian sein?“

„Gah!“ Sebastian fiel aus allen Wolken. „Woher, …. woher kennst du meinen Namen?“ fragte er erstaunt.

„Biene hat ihn mir genannt! Du nimmst doch an der Sonderaktion Teil! Und ein Teil davon ist, dass dir ein Clubmitglied als Trainer und Berater zur Seite gestellt wird. Kostenfrei natürlich. Und ich bin dir zugeteilt worden.“

„Ist das so?“

„Jep! Und Sebastian, wie steht es? Bereit für deine erste Stunde?“

Sebastian fühlte sich wirklich wieder erholt und war bereit zu neuen Taten.

„Irgendwann muss ich ja anfangen!“

„So ist es richtig, dann also los. Also als erstes wärmen wir uns mal auf.“

Der Rest des Abends verging für Sebastian wie im Fluge. Er gewann etwas mehr Selbstvertrauen und fühlte sich am Ende zwar erschöpft und ausgelaugt, doch zugleich war dieses Gefühl sehr befriedigend. Es fühlte sich wie Arbeit an. Nach seinem ersten Training hatten er und Karolus einen kleinen Plan erstellt, wie er sein Training fortzuführen hatte und vereinbarten für den nächsten Tag bereits die nächste Trainingseinheit. Als er später zuhause todmüde in sein Bett fiel, kehrten seine Gedanken noch einmal zu seinem ersten treffen mit Karolus zurück und obwohl er wusste, dass er am nächsten Tag einen höllischen Muskelkater haben würde, so freute er sich doch auf das nächste Training. Schließlich schlief er ein.

Am nächsten Morgen wachte er wirklich mit einem schlimmen Muskelkater auf. Mühsam quälte er sich aus dem Bett und schlurfte als erstes ins Bad wo er sich erleichterte. Dann stieg er in die Dusche und stellte das Wasser so heiß ein, wie er es ertragen noch konnte, doch gegen den Schmerz schien das heiße Wasser nichts ausrichten zu können.

„Verdammt, habe es gestern doch etwas übertrieben.“ murmelte er.

Er schnappte sich ein Handtuch und trocknete sich ab, es dauerte einiges länger als üblich, denn bei fast jeder Bewegung machte sich ein weiterer Muskel bemerkbar, der unter der Anstrengung des vergangenen Abends gelitten hatte. Zumindest war er nun sauber. Sein Haar kämmte er nach hinten, es war wieder mal ziemlich lang geworden. Er fühlte über sein Kinn, die Bartstoppeln mussten wieder runter. Mit seinem Elektrorasierer machte er mit ihnen schnell kurzen Prozess. Zufrieden mit dem Ergebnis ging er wieder zurück ins Schlaf­zimmer. Dort stieß er seine Sporttasche versehentlich von dem Stuhl, auf den er die Tasche am Abend zuvor abgelegt hatte. Als sie auf den Teppich fiel, hörte er wie etwas leise in der Tasche klapperte. Verwundert hob Sebastian die Tasche hoch. Machte sie auf und sah zwischen den verschwitzten Sportklamotten eine blau weiße Dose. Nicht besonders groß, in etwas so groß wie eine Dose für Fotofilme.

„Wo kommt die denn her?“ fragte er sich.

Sebastian schnappte sich das Ding, und schüttelte sie. Der Inhalt rasselte. Er sah noch mal in die Tasche und fand tatsächlich ein beschriebenes Blatt Papier, die Schrift war rundlich und gut lesbar.

Hallo Sebastian,

du hast sicher schon die Dose gefunden. In ihr sind ein paar Tabletten, die dir bei deinem Muskelkater helfen sollten. Nimm gleich sofort 2 Stück mit viel Wasser. Und 2 Stunden später die dritte, du wirst sehen, die hel­fen garantiert. ;-)
Tschö, bis zum nächsten Abend.


Karolus

Sebastian klappte die Dose auf und es waren wirklich 3 Tabletten drin, sie waren blau und jede in etwa so groß wie zwei Kaffeebohnen. Er ließ zwei Stück in seine Hand fallen und verschloss die Dose wieder. Er ging in die kleine Küche, füllte ein Glas randvoll mit Wasser und warf die Tabletten ohne zu zögern ein. Mit großen Schlucken spülte er die großen Tabletten seine Kehle hinunter und trank zur Sicherheit noch ein wei­teres Glas Wasser gleich sofort hinterher. Danach machte er sich ein Frühstück zurecht, doch schon nach we­nigen Happen schob er den Teller beiseite. Obwohl er seit dem vergangenen Abend nichts gegessen hatte, verspürte er keinen Appetit mehr. Die beiden übrig gebliebenen Wurstbrote stellte er für später in den Kühl­schrank. Danach verbrachte er die Zeit mit der Suche nach Arbeit. Er schrieb wieder eine Bewerbung, als er merkte, dass er unruhig geworden war. Irgendetwas hatte er vergessen, aber was? Er stand von seinem Büro­stuhl auf und ging grübelnd durch seine Wohnung, als er in die Küche kam, fiel sein Blick auf die Dose. Da ging ihm endlich ein Licht auf. Die Tablette, er musste die eine Tablette ja noch einnehmen. Schnell holte er das nach und erst als er das Glas Wasser ausgeleert hatte fiel ihm auf, das der furchtbare Muskelkater tatsäch­lich verschwunden war. Sebastian sah auf seine Uhr. Es war genau 2 Stun­den nachdem er die ersten beiden Tabletten geschluckt hatte, stellte er erstaunt fest. Seine Laune besserte sich schlagartig und mit neuem Elan setzte er seine Suche fort. Zur Mittagszeit bereitete er sich eine für ihn nor­male Mahlzeit zu, doch wieder ließ er mehr als die Hälfte der ersten Portion auf dem Teller zurück. Ohne viel nachzudenken verstaute er die Res­te in einer Tupper-Schüssel und verstaute sie für auch in den Kühl­schrank. Am Nachmittag kaufte er dann in seinem Stamm-Supermarkt ein. Erst als er wieder zuhause war fiel ihm auf, was er da überhaupt eingekauft hatte, alles nur gesundes Zeug! Keine billige Schokolade, keine Chips, keine einzige Dose mit den fertigen Gerichten, die er normalerweise in rauen Mengen vertilgte. Was war nur los mit ihm?

Am Abend machte er sich gut gelaunt und erwartungsvoll zu seinem zweiten Training. Kaum dass er das Schnalles betreten hatte wurde er schon von Karolus in Empfang genommen, der ihn wie einen lang vermiss­ten Freund umarmte. Das war für Sebastian neu und er genierte sich erst, doch dann erwiderte die Umar­mung. Nach der Umarmung blickte er sich um, doch niemand schien das für außergewöhnlich zu halten.

„Sebastian, schön, dass du endlich da bist!“

„War doch so verabredet.“

Sebastian nickte freundlich Biene zu, die ihm ihr strahlendes Lächeln zeigte.

„Und haben sie gewirkt?“ fragte Karolus beiläufig, als beide auf dem Weg zum Umkleidebereich waren.

„Gewirkt?“ fragte Sebastian zurück. „Oh, ja du meinst die Tabletten. Fantastisches Zeug. Es ging mir wirk­lich dreckig heute morgen und danach, alles wie weggeblasen. Wo hast du das Zeug her, ich habe keinen Her­stellernamen gesehen?“

„Och du, ich habe so meine Verbindungen weist du. Möchtest du wieder welche haben?“

„Aber sicher, … aber leider, habe ich kaum Geld über, um …“

„Bezahlen? Du willst dafür zahlen?“ Karolus lachte. „Sebastian, das lass mal schön meine Sache sein. Da wo die herkommen ist noch mehr, glaub es mir und; ob du es glaubst oder nicht; ich bekomme die wie Kaugum­mi hinterhergeschmissen. Ich arbeite in einer Praxis und die Pharmareferenten verteilen solche Sachen in rau­en Mengen!“

„Ist so etwas nicht, … mhm, illegal?“

„Wo kein Kläger, ist auch kein Richter!“ fasste Karolus kurz und knapp zusammen, „Komm endlich, du hast heute noch ein straffes Programm vor dir!“

Sebastian blieb kurz stehen, überlegte und folgte dann Karolus weiter in den Männerbereich. An seinem zweiten Abend lernte Sebastian wie er sich vernünftig aufwärmen konnte, ohne gleich einen Kollaps zu ris­kieren und er begann sich mit einer der „Folterbänke“, wie Karolus die Trainingsgeräte scherzhaft nannte, vertraut zu machen. Karolus gab ihm dabei einige wertvolle Tips. Die nächsten 2 Stunden verbrachten beide an den Trainingsgeräten. Sebastian ertappte sich dabei immer wieder, wie seine Augen ihren Blick immer wieder auf den durchtrainierten Körper seines Mentors richteten. Karolus war nicht übertrainiert, kein Mus­kelprotz, aber seine Muskeln waren wohl definiert und perfekt ausgebildet. Sie passten zu seiner Statur. Ein­mal sah er wie ein Schweißtropfen Karolus vom Kinn auf seine Brust tropfte und zwischen seinen Brustwar­zen über das Sixpack hinweg floss und vom Stoff der Trainingshose aufgesaugt wurde, unter der sich eine an­sehnliche Auswölbung befand. Ehe es sich Sebastian versah wurde sein Glied steif. Sebastian errötete und versuchte seine abgleitenden Gedanken unter Kontrolle zu bringen, er war doch kein Homo. Ein paar Minu­ten lang beschleunigte er zur weiteren Ablenkung das Tempo seiner Bewegungen und erst als er merkte, dass die Erektion nachließ, verlangsamte er seinen Arbeitstakt wieder. Inständig hoffte er, das Karolus den kleinen erotischen Ausrutscher seines Schülers nicht bemerkt hatte. Nach Ende des Trainings duschten sie gemein­sam und Sebastian versuchte dabei Karolus nicht andauernd anzustarren, er war sich seines unansehnlichen Leibes bewusst und wollte nicht auch noch mit einem weiteren Ausrutscher brillieren. Wobei er selber höchst verwirrt war, das ihm das überhaupt passiert war. Ohne weiteren Zwischenfall brachte er das Duschen hinter sich und die beiden zogen sich dann wieder an.

„Hier, das ist für dich.“ sagte Karolus hinter Sebastians Rücken.

„Wie, was?“ Sebastian drehte sich um und fragte sich was Karolus meinte.

„Die Tabletten! Schon vergessen?“

Und Karolus überreichte ihm eine Dose mit Tabletten, diese war schwarz und weiß und um einiges größer als die vom Vorabend. Sebastian wog sie in der Hand.

„Da sind aber einige mehr drin.“

„Jep, diese hier sind auch etwas anders.“

„Was bewirken die denn?“

„Die bringen dich in Form! Weniger Muskelkater, bessere Fettverbrennung, beschleunigter Muskelaufbau und so weiter und so weiter.“

„Sind das etwa Steroide?“ fragte Sebastian, „Mit sowas will ich nix zu tun haben!“ stellte er klar und wollte Karolus die Dose zurückgeben. Doch der wehrte ab.

„Nein keine Steroide! Das Dreckszeug ist doch nur was für Gehirnamputierte, die sich keine Gedanken über Ihre Zukunft machen und sich nur oben herum aufpumpen. Aber unten, unten ist dann nichts mehr in der Hose! Wenn du verstehst, was ich meine.“

Karolus grinste Sebastian frech an und griff sich in den Schritt. Sebastian lachte, seine Bedenken waren wie weggewischt und so nahm er die Dose an sich und steckte sie ein. Verwundert war er nur darüber, das keiner­lei Produktname oder zumindest der Hersteller auf der Dose stand.

„Du nimmst vor jeder Mahlzeit jeweils eine und du wirst sehen, wie gut die dir tun werden.“

„Solange das Zeug mich nicht entmannt oder mein Gehirn zu Pampe macht?“

„Keine Sorge, das wird nicht geschehen.“

Damit schien für Karolus das Gespräch beendet zu sein und er verabschiedete sich von Sebastian. Der mach­te sich auch auf den Weg und nachdem er zu Hause angelangt war nahm er eine erste Tablette ein und aß eine Scheibe Brot. Dann haute er sich todmüde ins Bett und schlief wie ein Stein. Die nächsten Wochen bildete sich für Sebastian ein mehr als geregelter Tagesablauf heraus. Morgens suchte er nach Arbeit, am Nachmittag hatte er sich vorgenommen zu joggen und am Abend kam der Höhepunkt des Tages, das Training mit Karo­lus. Seitdem er die Tabletten nahm hatte er auch keinen Muskelkater mehr bekommen und er joggte am Abend von seiner Wohnung zum Center und nach dem Training wieder zurück. Das Wetter schien ihm jeden­falls nichts anhaben zu können. Sonst hatte er fast immer pünktlich zum Jahreswechsel eine fiese Erkältung, doch dieses Jahr schien sie auszufallen. Auch lernte er Karolus immer besser kennen und fand heraus, das sein Mentor der Assistent eines Forschers und Arztes war und dass er eine Kollegin hatte, die eine echte Schönheit sein musste, so wie Karolus von ihr sprach. Auch Sebastian gab Karolus einiges von sich Preis. Seine Sehnsüchte und die Faszination für das alte Ägypten. Seine bittere Erfahrung mit Saskia und auch sei­ne zunehmende Frustration wegen der Suche nach Arbeit, die ihm nicht ein Fünkchen Hoffnung mehr gab. Er offenbarte sich dem Mann mehr als irgendeinem Menschen jemals zuvor., Nichteinmal seinen verstorbenen Eltern hatte er je so offen von sich erzählt. Karolus hörte sich geduldig die Geschichten an und Sebastian fürchtete bald schon, das er ihrer überdrüssig wurde, doch eines Abends nahm Karolus ihn zur Seite.

„Sag mal Sebastian, was würdest du von einem Job im Ausland halten?“

„Im Ausland? Einen Job? Karolus, ich war ja noch nicht-mal in den Niederlanden, und die sind gerade ne­benan! Das bisschen Schulenglisch das ich noch kann, würde mich sicher ins Gefängnis bringen.“ Scherzte er.

Karolus grinste belustigt.

„Die Sprachbarriere wäre nebensächlich, aber ich habe da ein paar Verbindungen, die dir eine Arbeit ver­schaffen könnten, die genau das richtige für jemanden wie dich ist.“

„Veräppel mich nicht. So etwas gibt es in der heutigen Zeit nicht mehr. Ich habe schon soviel gesucht und nie was passendes gefunden. Wie solltest du …“

„Habe ich dir nicht gesagt, dass ich Verbindungen habe!“

„Doch n ...“

„AH, ah, ah!“ Karolus hob einen Finger und Sebastian merkte, das sein Freund ungehalten wurde.

„Gut ich werde es mir überlegen.“

„Fein!“

„Was für eine Arbeit wäre das denn? Nichts illegales oder?“

„Nein, soviel kann ich schon sagen.“

„Das ist viel Geheimniskrämerei, das weist du schon, oder?“

„Leb damit! Wenn es dir ernst ist, dann kann ich dir eh erst so gegen Ende übernächster Woche mehr sagen.“

„Ende übernächster Woche?“

„Jep, ich muss vorher auf eine Dienstreise. Eine Wichtige Sache, bei der ich mit meinem Chef nach Brasilien düse. Es ist eine wirklich wichtige Sache fast schon eine Art Familienangelegenheit. Aber du wirst schon zu­rechtkommen“

„Oh und was soll ich bis dahin machen?“

„Du hast bis heute genau das gelernt, was du machen sollst. Einfach so weiter machen, wie gehabt.“

„Wenn du meinst!“

„Jep, das tue ich!“ lachte sein Mentor. „So, ich muss jetzt los. Also bis übernächste Woche Freitag.“

Karolus wollte sich schon in Bewegung setzen, als er sich mit der Hand vor die Stirn schlug.

„Hätte doch fast was vergessen.“ rief er aus und kramte kurz in seiner Tasche.

„Hier fang!“ und er warf Sebastian eine Dose entgegen, die er geschickt auffing. Sie war schwer und der In­halt klackerte leise. Es waren neue Tabletten.

„Wie üblich jeweils eine vor jeder Mahlzeit! Bis dann Freitag die übliche Zeit!“

„Wie, ja, gut, dass werde ich!“

„Tschüss!“

„Gute Reise!“

Karolus warf sich seine Tasche über die Schulter und verließ den Raum. Kurz bevor er draußen war rief er gut gelaunt noch über seine Schulter. „Und lach dir keinen neuen Freund an, mein lieber!“ und war auch schon ver­schwunden, noch bevor Sebastian reagieren konnte.

„Was meinte er denn damit?“ fragte er sich und verließ dann auch das Center. Langsam joggte er nach Hause und hoffte, dass Karolus heil und gesund zurückkehrt.




Karolus kehrte bestens gelaunt heim und wurde von Katti freudig begrüßt.

„Schatz, wie war der Abend?“ fragte sie ihn.

„Sehr gut, ich glaube ich habe da jemanden gefunden, der für dieses neue Projekt bestens geeignet sein dürf­te!“

„Wirklich, das ist ja klasse!“

„Mhm, er hat genau die Voraussetzungen, die wir brauchen und der Doc wird die Kundschaft wieder mal zu­friedenstellen können.“

„Hast du bereits angefangen?“

„Jep, ich habe ihn gestern angefüttert und ab heute Abend nimmt er die Beta-Primer!“

„Wirklich? Ich kann es kaum erwarten ihn auszuprobieren!“

„Ich auch nicht, aber viel lieber will ich dich gleich ausprobieren!“

Katti warf ihm einen lustvollen Blick zu und schritt die Treppe hinauf zu ihrem Zimmer, dabei ließ sie ihre Hüften besonders betont hin und her schwingen. Das würde eine schöne Abschiedsnacht werden, aber den fehlenden Schlaf kann Karolus ja im Flieger nachholen.
Geist und Körper

Sebastian gelangte nach einer Stunde Fußweg in seiner stillen Wohnung an, erst als er bei der Bushaltestelle vorbeikam war ihm das aufgefallen. Er bereitete sich eine kleine Mahlzeit zu und holte die Dose mit den Ta­bletten hervor. Nachdenklich wog er den Behälter in der Hand. Dann öffnete er den Deckel und ließ eine Ta­blette in seine Hand fallen. Es war eine Art Gelatinekapsel, die mit einem silbrigen Pulver gefüllt war. Er überlegte erst, ob er wirklich das Zeug schlucken sollte. Er kannte Karolus noch nicht so lange, doch wenn er es sich recht überlegte, war Karolus jemand, der einem Freund doch ziemlich nahe kam. Außerdem waren die letzten Tabletten doch ein echter Brüller gewesen und hatten wahre Wunder gewirkt. Damit war es für ihn entschieden und er warf die Kapsel ein. Mit einem ordentli­chen Schluck Was­ser spülte er sie herunter. Da­nach aß er etwas. Den restlichen Abend verbrachte er vor dem Fernseher, doch das Programm war irgendwie nicht nach seinem Geschmack. Und um halb zwölf ging er zu Bett. Er über­dachte noch einmal die Ereignisse des Abends, doch ohne zu einem Schluss zu kom­men fiel er in einen sehr tiefen Schlaf. Am nächsten Morgen wachte er erfrischt und ausgeruht so plötzlich auf, wie er eingeschlafen war. Doch zwischen seinen Beinen fühlte er sich schmierig und feucht an. Als er das Bett von sich warf, starrte er überrascht auf eine Morgenlat­te, wie er sie seit seiner Pubertät nicht mehr gehabt hatte.

„Wenn das eine Nebenwirkung von den Pillen ist, dann kann ich damit Leben.“ dachte er für sich, als er sich befriedigte.

Es war ihm nicht einmal aufgefallen, dass er sich nicht an den heißen Traum erinnern konnte, der ihn so er­regt haben musste.

Die nächsten Tage vergingen für Sebastian wie im Fluge. Sein Tagesablauf war immer derselbe. Morgens suchte er Arbeit und schrieb Bewerbungen. Langsam kam es ihm immer nutzloser vor, denn er erhielt fast nur direkte Absagen oder Vertröstungen, die Wirtschaftskrise hatte das Land und den Kontinent noch immer fest im Griff, aber er machte weiter. Nachmittags joggte er durch die Stadt und den Park und am Abend ging er in das Fitness-Studio, um die Übungen wie abgesprochen zu machen. Er nahm auch die Kapseln so ein, wie es Karolus ihm erklärt hatte und fühlte sich richtig prächtig. Sein Körper nahm das Training wunderbar an, seine Wampe wurde zusehend kleiner und die erschlafften Muskeln wurden fester und nahmen an Umfang zu. Auch seine am Anfang noch teigig bleiche Haut nahm eine gesündere Färbung an und er musste sich nun zweimal am Tag rasieren. Er hatte sich überlegt, ob er sich einen Bart stehen lassen sollte, verwarf aber dann doch diesen Gedanken. Aber was ihn am meisten erstaunte und etwas ängstigte war seine allmorgendliche Latte und die Mengen an Sperma, die er absonderte. Zudem schien sein Penis länger und dicker geworden zu sein. Er hatte nie gemessen, aber er war sich sicher, das nur so um die 6 oder 7 Zoll verfügt hatte, wenn sein kleiner Freund steif war, doch nun war er selbst im erschlafften Zustand in etwa so lang und beim Wichsen füllte er seine Hand aus. Und auch seine Nüsse schienen gewachsen und produktiver geworden zu sein. Je­denfalls war die Beule in seinen Slips sehr ausgeprägt und es kniff bereits. Sebastian meinte zudem fast stän­dig geil zu sein und er ertappte sich im Fitness-Center immer häufiger dabei, nicht nur hinter den Mädels her zu starren, sondern auch den Männern. Und sein Glied versteifte sich dann so sehr, dass es bald schon schmerzte. Er unterbrach dann seine Übung und verzog sich möglichst unauffällig, mit hochrotem Gesicht, in die Toiletten, dabei hielt er ein Handtuch vor seinem Hosenzelt, um nicht zufällig jemanden mit seinem Stän­der zu belästigen. Dort schloss er sich in einer der Kabinen ein und erleichterte sich, oft mehrfach hinterein­ander. Dabei malte er sich wilde Fantasien aus, in denen abwechselnd Frauen und Männer vorkamen, letztere sogar immer häufiger. Wenn er sich genügend abreagiert hatte, kehrte er zurück und setzte seine Übungen fort. Sebastian war froh das scheinbar niemandem seine Eskapaden aufgefallen waren. Doch dann bemerkte er, wie andere Männer und auch Frauen, mit einem verschämten Gesichtsausdruck sich zu den Toiletten be­gaben und wenig später viel entspannter zurückkehrten. Da begriff Sebastian, dass man ihn sehr wohl be­merkt haben musste, doch die Leute tolerierten es oder es war für sie eine ganz normale Sache, dass sich in dieser Umgebung ein sexueller Druck aufbaut, der irgendwie abgelassen werden musste. Nach dieser Er­kenntnis ging es Sebastian deutlich besser. Nur die homoerotischen Fantasien verstörten ihn etwas, meinte er doch absolut und überzeugt hetero zu sein aber diese Gedanken konnte er nicht aus seinem Geist verbannen.

Die Zeit verging und schließlich kam der Abend, an dem Karolus wieder von seiner Reise zurück sein wollte. Sebastian gab sich deshalb extra Mühe gut auszusehen.Ungläubig blickte er in den Spiegel im Bad, der Junge Mann der ihm daraus entgegenblickte hatte zwar noch sein Gesicht und die strubbeligen schwarzen Haare, das selbst Gel nicht bändigen konnte, aber sonst. Da war nicht mehr der verfettete Looser, das war jemand anderes. Gut er hatte immer noch zu viel auf den Hüften, aber bei dem Fortschritt?

„Wow noch ein paar Wochen und wenn Saskia mich dann sieht, lässt ihren neuen vielleicht Stecher sausen!“ dachte er belustigt.

Er war sich aber nicht mehr so sicher, ob er die Schlampe noch wollte. Wenn er es recht überlegte, dann hatte er an seine Ex in den letzten Wochen über­haupt nicht mehr gedacht. Ein Blick auf die kleine Uhr unter dem Spiegel ließ ihn wieder zu sich kommen. Er musste sich beeilen! Schnell sprühte er sich mit einem neuen Deo ein und zog seine besten Klamot­ten an, dann machte er sich auf den Weg. Er wollte extra etwas früher zu Schnalles kommen, als sonst, nur um wirk­lich sicher zu gehen, dass er vor Karolus da sein würde. Gut ge­launt grüßte er Biene, die wie immer am Emp­fang arbeitete, setzte sich dann in einen der Sessel im Foyer, mit Blick auf den Eingang und wartete geduldig auf seinen Mentor. Schließlich betrat Karolus das Fit­ness-Center, pünktlich kurz vor Acht. Sein Gesicht war sonnengebräunt und er schien so gut gelaunt zu sein, wie beim letzten Mal. Er grüßte Biene und unterhielt sich kurz mit ihr. Sie lachte und deutete zu der Sitzgruppe wo Sebastian bereits ihn erwartete. Dann setzte sich Karolus in Bewegung und ging zu seinem Schüler, der nun aufsprang und ebenfalls auf Karolus zulief, ihn herzlich umarmte und dann, ehe sich Sebastian es selber bewusst wurde, seinem Lehrer einen Kuss auf die Wange drückte.

„Ja holla, Sebastian womit habe ich das denn verdient?“

„I … ich ... weiß n … nicht!“ stotterte der fassungslos über seine Tat. Sein Gesicht wurde Rot wie eine Toma­te und Sebastian brannten die Ohren.

„Du hast mich also vermisst?“

„Ähm, Ja.“ gab er zu.

„Das ist ja so niedlich.“ rief Karolus erfreut aus und gab nun seinerseits Sebastian je einen Kuss auf die Linke und rechte Wange, als ober einen lang vermissten Freund oder Lover begrüßen würde.

„Lass dich mal anschauen.“

Karolus trat einen Schritt zurück und betrachtete den beschämten Mann.

„Wow, du hast dich ja richtig herausgemacht! Immer fleißig trainiert und die Medizin genommen?“

„Ja, das habe ich, beides!“ flüsterte Sebastian.

„Du siehst richtig gut aus! Irgendwelche neue Bekanntschaften gemacht?“ fragte Karolus beiläufig.

„Äh, nein!“

„Wirklich? Das ist gut. Aber was reden wir denn hier? Los, ab auf die Folterbank.“

Karolus gab ihm einen Klaps auf den Po und Sebastian kicherte. In seinem Inneren, war er erstaunt über die­se Behandlung und seine Reaktion, doch wie sollte er Karolus böse sein. Die beiden machten sich auf den Weg in die Umklei­deräume.

Später am Abend, sie hatten das Training wie üblich straff durchgeführt und waren mit dem Duschen fertig, bot Karolus Sebastian an, ihn nach Hause zu fahren. Dankbar nahm Sebastian das freundliche Angebot an, denn es hatte zu regnen begonnen und begleitete Karolus zu einem alten, quietschbunt lackierten Ford Trans­porter, der schon einige Jahre oder gar Jahrzehnte auf den Buckel haben musste.

„Gibt vielleicht nicht viel vom Äußeren her, doch es ist ein zuverlässiges Fahrzeug.“ sagte Karolus, als sie beide einstiegen.

„Wo soll es denn hingehen?“

„Kennst du den Hirtenring?“

„Nö, da musst du mich wohl führen!“

Sebastian leitete Karolus durch den Verkehr, bis sie in den Hirtenring einbogen. Dort herrschte das Chaos. Blaulichter flackerten und vor ihnen hatte sich ein Polizist auf die gesperrte Straße gestellt und hielt sie an. Karolus kurbelte sein Seitenfenster herunter.

„Was ist denn los, Herr Wachtmeister ...“ er sah ein Namensschild und las ab „Tollmann.“

„Hauptwachtmeister Tollmann.“ schnarrte der Beamte

Tollmann leuchtete ihm mit einer Taschenlampe ins Gesicht und musterte Karolus genau, eine typische Ange­wohnheit für seinen Berufsstand.

„Sie können nicht weiterfahren, bitte wenden sie und nehmen eine andere Strecke!“ schnarrte er barsch.

„Aber ich wohne in dieser Straße. Hirtenring 20.“ meldete sich Sebastian.

Der Polizist leuchtete ihm ins Gesicht.

„Darf ich Ihre Papiere mal sehen, Herr …?“

„Maneska, Sebastian Maneska. Und natürlich dürfen Sie.“

Er griff in seine Innentasche der Jacke, holte seine Brieftasche heraus und reichte dem Beamten seinen Perso­nalausweis. Der Polizist prüfte das Dokument und reichte es ihm dann zurück. Er zückte sein Funkgerät und sprach leise hinein. Die Antwort kam schnell, doch weder Sebastian, noch Karolus verstanden was gespro­chen wurde.

„Verzeihen Sie Herr Maneska, aber es war meine Pflicht zu fragen.“ entschuldigte sich Tollmann etwas freundlicher.

„Was ist denn geschehen?“ fragte Karolus.

„Tja in Haus Nr. 20 hat es gebrannt, oder besser, es brennt noch immer. Sie, Herr Maneska, waren noch als letzter auf der Vermissten-Liste. Es hat, Gott sei Dank, keine Todesopfer gegeben, nur ein paar Verletzte.“ Tollman sah den Schrecken in Sebastians Gesicht aufflammen, als er das sagte und fügte schnell hinzu. „Nur leichte Verletzungen, nichts Schwerwiegendes.“

Das beruhigte Sebastian sofort wieder.

„Darf ich dann also durch?“ fragte Karolus.

„Wie, oh ja natürlich. Bitte melden Sie sich aber am Haupteinsatzwagen bei Kommissar Hartung.“

Er drehte sich zu einem Kollegen um.

„Otto, mach mal die Straße frei. Die hier dürfen durch. Es ist einer der Bewohner von Haus Nr. 20.“

Tollmann trat von dem Ford zurück und winkte den Wagen durch. Er vermied es, den beiden Insassen noch einen guten Abend zu wünschen, das wäre zu taktlos gewesen.

Sebastian sah verzweifelt durch die Frontscheibe, als sie sich seiner Adresse näherten. Die Blaulichter wur­den mehr und die Szenerie wurde durch den roten Feuerschein in ein gespenstisches Licht gehüllt. Eine star­ke mobile Flutlichtanlage beleuchtete die Straße, so dass alles taghell erschien.

„Verdammte Scheiße! Sieh sich einer dass nur an.“ entfuhr es Karolus.

Das Haus Nummer 20 im Hirtenring stand in hellen Flammen. Es brannte lichterloh, dort gab es nichts mehr, was noch zu retten wäre. Die Feuerwehr schien nur noch dafür zu sorgen, dass die benachbarten Häuser nicht auch noch von den Flammen erfasst wurden, was ihnen wohl fast gelungen schien. Nur an Haus Nummer 18 waren auch Brandspuren zu erkennen. Die Feuerwehr hatte wohl alles unter Kontrolle, soweit man bei einer solchen Katastrophe von Kontrolle sprechen konnte. Karolus parkte den Ford in gehörigem Abstand vom Einsatzort und beide stiegen aus. Sebastian wollte loslaufen, doch er wurde zurückgehalten.

„Mach langsam, Sebastian, so wie es aussieht ist es eh zu spät.“

„O … Okay!“ stammelte er geschockt. Willig ließ er sich von Karolus führen, der ihn zu einem Bulli der Polizei brachte. Das musste der Einsatzwagen sein, von dem der Polizist gesprochen hatte. Das Feuer prassel­te laut und immer wieder sorgten zusammenbrechende Wände oder Decken dafür, dass das Feuer immer wie­der aufloderte und Funken in den Nachthimmel stoben, die von den Regen­tropfen gelöscht wurden.

„Kommissar Hartung?“, rief Karolus, „Ist Kommissar Hartung hier?“

„Das bin ich!“ eine tiefe Stimme erscholl aus dem inneren des Bullis.

Ein Bär von einem Mann stieg aus dem Einsatzwagen aus. Karolus sah überrascht wie der Wagen schwankte und ein paar Zentimeter höher sprang, als sei eine gigantische Last von ihm genommen worden. Wäre der Mann noch größer gewesen, hätte man ihn mit einer Brechstange heraus hebeln müssen. Der uniformierte Polizist baute sich vor den beiden auf. Seine Eindrucksvolle Gestalt überragte sie um einen guten Kopf.

„Ich bin Kommissar Peter Hartung, Brandermittlung. Wer sind Sie?“ donnerte Hartung.

„Mein Name ist Karolus und das hier ist mein Freund Sebastian Maneska, einer der Bewohner von Nummer 20.“

„Ah, Herr Maneska, gut sie zu sehen!“ Hartungs Stimme war tief und melodisch. Er ergriff mit seiner Pranke Se­bastians Rechte, die er ihm entgegenstreckte, wenn auch mehr aus Reflex und schüttelte sie kurz. Karo­lus bemerkte fasziniert wie Sebastians Hand fast vollständig in Hartungs Pranke verschwand.

„Damit ist der Verbleib aller Bewohner geklärt. Phuu, wenigstens keine Vermissten mehr!“ stieß der Polizist sichtlich erleichtert aus. Er fuhr sich mit seinem Ärmel über die Stirn und setzte seine Dienstmütze auf, die ihn nochmal um fünf oder zehn Zentimeter größer erschienen ließ.

„Herr Kommissar, was ist geschehen?“ fragte Karolus.

Er übernahm bereitwillig für Sebastian die Verhandlungen. Sein junger Freund war noch immer zu geschockt von dem plötzlichen Schicksalsschlag, der ihn wortwörtlich vor die Rauchenden Trümmer seiner, wenn auch bescheide­nen, Existenz geführt hatte. Mit leerem Blick starrte er ins Feuer.

„Tja Herr Karolus, so wie es aussieht, kann es sich um eine Brandstiftung gehandelt haben.“

„Brandstiftung? Etwa der Feuerteufel?“ stieß Karolus erschrocken hervor.

„Wer weiß, aber gut möglich es gibt parallelen.“

Seit Monaten kam es immer wieder zu unerklärlichen Bränden, die ein bislang unbekannter Brandstifter ge­legt haben musste. Aber der hatte sich bislang nur auf Gewerbebetriebe beschränkt. Wenn Hartung recht hat­te, dann eskaliert der Unhold seine Taten.

„So wie es aussah ist das Feuer im obersten Stockk des Treppenhauses ausgebrochen. Ein Mieter entdeckte den Brand und meldete es der Einsatzzentrale. Doch als die Feuerwehr eintraf, hatte das Feuer bereits das ge­samte Dachgeschoss erfasst und fraß sich nun die unteren Etagen hinab. Genaueres werden aber erst die wei­teren Er­mittlungen zeigen. Sie verstehen sicher was ich meine?“

Eine helle Frauenstimme erklang plötzlich hinter den dreien.

„Herr Maneska, es geht ihnen Gut!“

Eine ältere Frau kam auf sie zu und drückte Sebastian an sich. Ihr Gesicht war mit Ruß verschmiert, sie wein­te und die Tränen verschmierte den Ruß noch mehr im Gesicht. Ihre Haare standen ihr wirr vom Kopf. Je­mand hatte ihr eine Decke über die Schultern gelegt, darunter trug sie nur einen alten Hausrock und Stiefel.

„Frau Manetti, was ist geschehen?“ fragte Sebastian verträumt.

„Oh was bin ich froh, Sie sind gesund und Munter. Ich, …, ich hatte … Schon  befürchtet, dass Sie. Gott wenn ich daran denke, mein Gott. “ Sie schluchzte verzweifelt.

„Beruhigen Sie sich Frau Manetti, es ist doch niemand schwer verletzt worden, oder umgekommen!“

Der Kommissar beruhigte die aufgelöste Frau, die Sebastian immer noch an sich drückte. Er bedeutet zwei Sanitätern sich um sie zu kümmern und mit freundlichen Bitten gelang es ihnen die weinende Frau von Se­bastian zu lö­sen und zu einem Krankenwagen zu geleiten.

„Können sie irgendwo unterkommen, bei Verwandten oder Freunden?“ fragte Hartung Sebastian.

Die Frage schien ihn nicht aus seiner Erstarrung zu lösen.

„Wie? Ich, ….“ stammelte er.

„Er kann bei mir unterkommen!“ meldete sich Karolus, bevor Sebastian weiter antworten konnte.

Es passte zwar nicht gerade in die Planung, aber wenn Improvisation gefragt und notwendig war, dann war es halt so. Manchmal beschleunigten Schicksalsschläge den Fortschritt. Sebastian blickte Karolus jedenfalls dankbar an.

„Gut, dass das geklärt ist, Herr Maneska, überlasse ich sie ihrem Freund. Sie sollten nach Möglichkeit schnell Ihren Versicherungsagenten kontaktieren. Sie sind doch versichert, oder?“

„Herr Kommissar, ich glaube nicht, dass er gerade sehr aufmerksam ist. Ich werde mich mit ihm darum küm­mern.“

„Alles klar, Herr Karolus. Kümmern Sie sich gut um ihn!“

Hartung wurde von einem Kollegen gerufen und der Beamte verabschiedete sich schnell wandte sich wieder seiner Arbeit zu und ließ Karolus und Sebastian zurück,

„Komm Sebastian ich bringe dich zu mir nach Hause. Ich habe da einen Vorschlag, der für dich sehr inter­essant sein könnte. Außerdem lernst du zwei sehr nette Leute kennen, die dich auch sehr gerne treffen wol­len!“

„Ja gut.“ murmelte Sebastian.

Sebastian folgte Karolus wie in Trance zum Ford und stieg ein. Als ihm Karolus eine Tablette reichte, schluckte Sebastian diese ohne nachzudenken. Danach wurde seine Welt Rosa. Karolus rief in der Praxis an.

„Katti bist du das? … Ja Schatz es dauert etwas länger als gedacht. Es gibt da eine kleine Planänderung, gib mir mal den Doc. … Doc, wir haben ein Problem. … Wie? … Nein, dem geht es gut, halbwegs. … Warum? Ob sie es glauben oder nicht, wir stehen gerade vor den rauchenden Trümmern seiner Existenz. Und das ist keine Umschreibung! … Abgebrannt, das ganze Haus ist abgebrannt. … Ja das ist ganz großer Mist. Da er nirgendwo sonst unterkommen kann, bringe ich ihn mit. … Ich weiß es, Doc, aber wer rechnet denn schon mit sowas? … Mhm, … mhm, … ja. ... Keine Sorge, der hat ein „Rosa Schäfchen“ bekommen und ist, fürs erste, mal weggetreten. Gut ich fahre jetzt los. Bis gleich!“

Er beendete das Gespräch und startete den Motor des Ford und setzte vorsichtig zurück, um zu wenden. Langsam fuhr er den Weg zurück zur Straßensperre, an der Tollmann und sein Kollege ihren Dienst versahen. Freundlich winkte er dem Polizisten zu, der ihn zurückgrüßte. Dann bog er ab und beschleunigte. Noch mehr Zeit wollte er nicht verlieren und Sebastian musste bald etwas „Lammfromm und Folgsam“ bekommen. Er würde sicherlich etwas aufgeschlossener sein, wenn er diesmal das Jobangebot bekommt. Karolus lächelte, Sebastian würde diesmal keine andere Wahl mehr haben. Die Beta-Primer hatten gute Arbeit geleistet. Sein Blick strich über Sebastians Schritt. Ja, die hatten wirklich gute Arbeit geleistet. Sebastian bekam davon nicht viel mit. Er blickte geistesabwesend aus dem Seitenfenster des Ford.


Unverhofftes Ereignis


Van Furr sah auf sein Handy. Das hatte er nicht erwartet. Wieder einmal hatten unvorhergesehene Ereignisse sei­nen Zeitplan durcheinandergebracht. Er hatte eigentlich noch eine Woche an Vorbereitungen geplant, um dann den Auftrag des Ägypters durchzuziehen, doch wenn es um Improvisation ging hatte sein Team bewie­sen, was es leisten konnte. Jorge war in der Vergangenen Woche ausgewildert worden und sein Vater über­wachte das Treiben seines verwandelten Sohnes in der freien Wildbahn. Er hatte sich erstaunlich einfach die entsprechende Auszeit von seiner Arbeit in Portugal organisieren können und war nach Brasilien heimge­kehrt. Anscheinend waren bei der Organisation, die ihn dort überwacht hatte wichtige Daten und Systeme zerstört worden. Einer der Operatoren soll durchgedreht sein und hatte alles in einem Akt des Wahnsinns zer­stört. Nur konnte sich der Mann an gar nichts erinnern und sein IQ soll drastisch abgesunken sein. Der Mann lebte nun als Schafhirte in der portugiesischen Provinz und war mit der einsamen Arbeit mehr als ausgelastet und doch erstaunlich zufrieden. Und nun das Fiasko mit dem Brand.

„Was nun?“ fragte Katti.

„Was nun? Nun meine Liebe, du machst Raum 3 im Keller für unseren unerwarteten Gast bereit. Al Bhawri's Lieferung ist doch schon angekommen?“

„Der Schrankkoffer? Das schwere Ding habe ich sofort in den Keller bringen lassen. Gut, das Al Bhawri sei­nen eigenen Lieferdienst hat. Die beiden Männer haben keine Fragen gestellt, als ich in meiner Burka die Lieferung annahm. Sie haben sogar das Ding ohne Murren in den Keller geschleppt. Haben sich danach äu­ßerst höflich für das Trinkgeld bedankt.“

„Sehr gut, da sind ein paar Sachen drin, die nützlich sein werden. Die Dekorationen drapierst du hübsch und dann verschwindest du in dein Zimmer.“

„Warum das denn?“ entrüstete sie sich.

„Dieser Sebastian hat zwar ein Rosa Schäfchen bekommen, doch das soll nicht heißen, dass er bei deinem Erscheinen nicht doch austickt.“ erklärte ihr van Furr.

„Gut, ich mache den Rest des Abends dann frei. Ganz wie Sie wünschen mein Herr.“

Katti machte einen neckischen Knicks, sprang dann auf und verschwand lachend in den Keller. Van Furr schüttelte belustigt den Kopf. Er begab sich ins Labor und startete die Systeme. Wenn die DNA-Proben ge­sammelt waren, musste es schnell gehen. Er betrachtete den Ausdruck, den Karolus angefertigt hatte und fragte sich ob der Bursche wirklich das Potential dazu haben würde. Nun hier etwas modifiziert und dort et­was verändert. Der Kunde wird zufrieden sein! Ein warnendes Piepen erklang und van Furr sah auf einen Monitor, der das Tor zeigte, dass gerade aufschwang und den Weg für den Ford freimachte. Karolus und der Anwärter waren eingetroffen. Van Furr machte sich auf und begab sich zur Garage. Er wartete, bis Karolus den Motor angeschaltet hatte und öffnete dann die Beifahrertür.

Sebastian sah den Fremden mit glasigen Augen an, das starke Beruhigungsmittel hatte jede Art von rationa­lem Denken im Hirn des Jungen Mannes auf ein Minimum reduziert. Er befand sich auf einem Trip und es war alles so schön Rosa. Der Typ vor ihm sagte etwas, doch die Worte hatten für ihn zur Zeit keine Bedeu­tung. Seine Hand wurde gegriffen und man gab ihm einen Stift. Auf einem Block, der ihm unter die Nase ge­halten wurde schrieb er seinen Namen, dann nochmal und nochmal und ein viertes mal, weil es so schön war. Dann zog man ihn aus der Kiste, an der eben noch mit unsagbarer Geschwindig­keit die Welt vorbeigerauscht war. Die Welt war so verschwommen und alles schien in Zeitlupe zu gesche­hen. Er folgte der ziehenden Kraft ohne Widerstand und betrat plötzlich eine Welt voll blendendem Licht. Er stöhnte aus und schlug sich die Hände vor sein Gesicht, um dieses Licht abzuhalten. Etwas berührte seine Schultern und lenkte seine Schritte. Dafür war er dankbar. Es ging abwärts in die Dunkelheit, hier herum und dort herum und dann stell­te ihm jemand ein Bein und er stürzte Rücklings auf etwas himmlisch weiches. Die Gestalten betatschten ihn und dann fröstelte er etwas, ein Luftzug umspielte seine Haut. Schwach registrierte er ein brennen in seinem Arm, danach schwanden seine Sinne und rosafarbene Dunkelheit umfing ihn, wie schön, dabei mochte er rosa eigentlich gar nicht.

„Donner auch! Karolus, wie viele Schäfchen hast du ihm gegeben?“ fragte van Furr seinen Assistenten.

„Eine einzige! Mehr hatte ich nicht dabei.“ antwortete er.

„Der Bursche ist ja in eine eigene Dimension abgetaucht.“

„So konnten wir jedenfalls ohne Probleme die Proben nehmen.“ Karolus hielt ein Gestell hoch, das einige volle Phiolen enthielt.

„Stimmt auch wieder und seine Unterschriften haben wir auch schon, etwas gemein, doch das richten wir. Komm mit, wir haben etwas Arbeit vor uns. Lassen wir ihn schlafen, morgen wird er si­cher aufnahmefähiger sein!“

Sebastian lag in dem Gästebett und schlief den Schlaf der Gerechten. Ausgeknockt von dem Beruhigungsmit­tel und vollkommen Ahnungslos, das bereits Pläne geschmiedet wurden, die sein zukünftiges Leben in eine außergewöhnliche Bahn lenken sollten.


Am nächsten Morgen wachte Sebastian mit einem summen im Kopf und einer fast schon schmerzenden Mor­genlatte auf. Er öffnete seine Augen und bemerkte erstaunt, dass er sich nicht in seinem Schlafzimmer be­fand. Er warf die warme Bettdecke von sich und sah, dass er splitterfasernackt geschlafen hatte. Er warf nur einen kurzen Blick um sich, denn sein Steifer lenkte ihn zu sehr ab, was immer er auch geträumt hatte, es hat­te ihn so geil gemacht, dass er ohne einen Gedanken zu verlieren damit begann zu Masturbieren. Seine Hand fuhr den Schaft hinauf und hinunter. Er ließ sich zurückfallen und schloss seine Augen und stellte sich seinen idealen Partner vor. Wie er sich vor sie hinkniete und einen Kuss auf ihre unteren Lippen gab, wie seine Zun­ge ihre Spalte ergründete und sich sein Mund um den kleinen Knubbel schloss. Er saugte und seine Zunge spielte mit der Klit. Seine Partnerin ächzte und sein Mund wurde langsam von dem wachsenden Knubbel ge­füllt. Seine Zunge spielte mit der Eichel und er massierte sanft den Sack und als er nach oben blickte, sah er wie das niedliche Frauenzimmer sich in Karolus seinem Mentor verwandelte und ihm eine Unmenge Sperma in den Mund spritzte. Hungrig schluckte Sebastian es herunter. Entsetzt kam Sebastian zu sinnen, doch seine Erregung war bereits zu groß und nach einigen hastigen Zügen kam er. Geistesgegenwärtig fing er sein Sper­ma mit seiner Hand auf. Er wollte nicht das Bett besudeln, wusste aber nicht wohin mit dem Schleim. Er sah nur eine Möglichkeit. Er hob seine Hand zum Mund und überwand seinen Widerwillen. Er dippte seine Zun­ge in den weißen Schleim. Der Geschmack überraschte ihn, es war anders als in seinen Träumen, es war bes­ser! Ohne weiter zu überlegen schlürfte er seinen eigenen Samen aus der holen Hand und leckte abschließend seine Handfläche sauber. Dann quetschte er den letzten Rest der Samenflüssigkeit aus seinem erschlaffenden Glied und leckte seine Hand ein zweites mal sauber. Insgeheim fragte er sich wie fremder Sa.... Sebastian schüttelte seinen Kopf um diese Gedanken wieder loszuwerden und tatsächlich rückten seine Perversionen in den Hintergrund seines Denkens.

Nun nahm er wirklich zum ersten Mal die fremde Umgebung bewusst wahr. Er befand sich in einem recht großen Schlafzimmer, die Wände waren in sanften Erdtönen gehalten. Das Bett war ein großes französisches Bett, an der Wand gegenüber stand ein Kleiderschrank und daneben ein Schreibtisch. Zur linken befand sich eine Kommode mit einem Fernseher. Ein kleines Fenster befand sich darüber, es war ziemlich hoch und schi­en vergittert zu sein. Zudem befand es sich fast unter der Decke.

„Muss ein Kellerraum sein.“ murmelte Sebastian

Rechts von ihm stand neben dem Bett ein Nachtschrank. Und auf der rechten Seite stand ein Stuhl neben der Tür. Auf diesem Stuhl lag ein Dunkelblauer Bademantel. Er stand auf und da er seine Kleidung nicht finden konnte, schlüpfte er schnell in den großen Bademantel, ehe jemand ihn im Adamskostüm überraschen konn­te. Er erkundete seine Unterkunft weiter. Im Schrank fand er ein paar Kleidungsstücke, aber es waren Frauen­kleider und zudem waren sie viel zu klein. Die Kommode war sein nächstes Ziel. Auf der Kommode waren ein paar Statuetten drapiert. Sie sahen irgendwie fremdländisch aus. Sie stellten seltsame Figuren dar, halb Mensch halb Tier. Er konnte eine Kuh, einen Vogel mit langem gebogenen Schnabel, einen Spitzohrigen Hund, ein Krokodil und eine Katze erkennen. Das waren Statuen ägyptischer Gottheiten. Der hundeköpfige Mann musste Anubis sein und die Katze Bastet, die anderen Namen fielen ihm im Augenblick nicht ein. Er nahm die Katzengöttin in die Hand. Die Statuette lag schwer in seiner hand, der Stein war makelos glatt poliert und fühlte sich fast fettig an. Die Augen der Katze glitzerten grün. Sebastian sah genau hin und konnte zwei kleine Edelsteine erkennen, die als Augen fungierten.

„Wunderschöne Arbeit.“

Vorsichtig stellte er die Göttin zurück. Die Kommode selber enthielt Bettwäsche und sonst nichts. Auf dem Schreibtisch war nur Papier und zwei Stiffte, aber über dem Tisch hing ein großes Bild. Sebastian studierte fasziniert die dargestellte Szene. Es war die Darstellung einer Orgie, anders konnte es nicht beschreiben. Eine Unzahl an Tieren, Menschen und Hybriden waren ineinander verschlungen und kopulierten in den ausgefal­lensten Stellungen. Und es war bunt durchmischt. Menschen hatte verkehr mit Tieren und den halbmenschli­chen Wesen. Männer, Frauen und auch einige, die offenbar beiderlei Geschlechts waren. Es gab keinerlei grenzen, kein Taboo, das nicht gebrochen wurde. Sebastian war von dieser Darstellung ungehemmter Sexual­tät abgestoßen, fasziniert und angezogen zugleich. Es war verwirrend.

„Das Original solltest du mal sehen, 3 mal 5 Meter misst es, dort sieht am wirklich jedes Detail!“ erklang plötzlich eine Stimme.

Erschrocken fuhr Sebastian herum und sah Karolus in der Tür stehen. Bevor er ein Wort sagen konnte fuhr Karolus fort.

„Guten Morgen mein Freund. Wie ich sehe hast du dich wieder erholt. Gestern Abend bist du nach dem Schock quasi richtig zusammengeklappt, warst überhaupt nicht mehr ansprechbar. Darum habe ich mir er­laubt, dich zu mir nach Hause zu bringen.“

„Gestern Abend?“

„Der Brand! Sebastian weißt du das nicht mehr? Deine Wohnung ist doch mit allem darin durch den Haus­brand zerstört worden!“

„Brand? Oh Shit!“

Nun fiel ihm alles wieder ein. Sein Leben lag in Trümmern. In der Wohnung war all das gewesen, was ihm lieb und teuer war. Nicht viel, aber nun hatte er gar nichts mehr. Er setzte sich aufs Bett und schlug verzwei­felt die Hände vor sein Gesicht und brach in Tränen aus. Karolus setzte sich neben Sebastian, nahm ihn in die Arme
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G._Kabashi

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Re: Reif für die Insel
« Antwort #1 am: 10 Mai, 2018, 11:21:57 »

Weiter.

Nun fiel ihm alles wieder ein. Sein Leben lag in Trümmern. In der Wohnung war all das gewesen, was ihm lieb und teuer war. Nicht viel, aber nun hatte er gar nichts mehr. Er setzte sich aufs Bett und schlug verzwei­felt die Hände vor sein Gesicht und brach in Tränen aus. Karolus setzte sich neben Sebastian, nahm ihn in die Arme und drückte ihn tröstend an sich. Erfreut fühlte er wie diese Umarmung dankbar erwidert wurde.

„Was soll ich nun machen? Ich stehe vor dem nichts! Keine Arbeit, kein Geld, keine Unterkunft und versi­chert war ich auch nicht.“ fragte Sebastian. Seine Stimme war leise und verzweifelt.

„Nun ich wüsste da etwas. Ich hatte dir doch vor meiner Reise von meinen Verbindungen erzählt?“

Karolus griff Sebastians Schultern, drückte ihn von sich und blickte ihm in die Augen.

„Ja das hast du!“

Karolus bemerkte den Gesichtsausdruck, Sebastian schien Hoffnung zu bekommen und er sah noch mehr. Et­was, dessen Sebastian sich vielleicht noch nicht bewusst war, er hatte die Augen eines verliebten Mannes. Es war vielleicht nicht die wahre Liebe. Karolus war sich dessen sicher, aber doch bereits genügend um einen  neuen Lebensweg zu beschreiten. Er würde versuchen ihn für die Verwandlung zu gewinnen. Sollte er dann doch ablehnen, bekommt er eben eine neue Persönlichkeit verpasst, die mit Freuden für Al Bhawri arbeiten wird.

„Du hast doch ein Faible für das alte Ägypten?“

„Ja, die Kultur hat mich immer schon fasziniert. Die Bauwerke, die Tempel, die vielen Gottheiten.“

„Du kennst Bastet?“

„Die Göttin, die halb Mensch und halb Katze ist? Klar, dort auf der Kommode steht eine Statuette von ihr! Sie gefällt mir am besten!“

„Was würdest du sagen, wenn es Wesen gibt, die so wie Sie sind? Echte Wesen, so wie auf dem Bild?“

„Das, das wäre cool! Worauf willst du hinaus?“

Sebastian warf einen verstohlenen Blick auf das erotische, nein, pornographische Bild. Bestürzt merkte er seine wachsende Erregung.

„Kannst du dir vorstellen, wie es wäre, so zu sein, zu so einem Wesen zu werden? Kein Mensch, sondern ein Wesen, dass zu einem Teil Mensch und zum anderen ein Tier ist. Du würdest ein Leben führen, das ganz an­ders ist als dein bisheriges und niemand würde wissen wer du warst.“

Sebastian hielt das für einen Scherz, natürlich konnte er das, aber in der Realität unmöglich, doch Karolus schien es todernst zu meinen. Er überlegte ernsthaft seine Antwort und Karolus wartete geduldig. Was hätte er zu verlieren was zu gewinnen. Sebastian versuchte sich es vorzustellen und eine leise Stimme in seinem Kopf flüsterte ihm seine Antwort ein.

„Wenn es das in Realität gibt und es möglich wäre, warum nicht? Mein Leben hier ist doch nur noch eine Ka­tastrophe!“

Karolus sprang erfreut über diese Antwort auf und riss Sebastian mit sich.

„Dann solltest du unbedingt Katti kennenlernen!“

„K … Katti, deine Kollegin?“

Er taumelte und wäre gestürzt, wenn er nicht von Karolus aufgefangen worden wäre. Dessen Gesicht war jetzt ganz nah an seinem und ehe es sich Sebastian versah, gab ihm sein Mentor einen Kuss auf den Mund. Bevor er noch etwas sagen konnte wurde er von seinem Freund aus dem Zimmer geschleift.

„Katti!“ brüllte Karolus, „Wo bist du?“

„In der Küche!“ kam es von oben.

Immer noch im festen Griff von Karolus wurde er die Treppe fast schon hinauf gezogen, und als sie im Erd­geschoss waren schob man ihn durch eine Tür in die Küche. Durch das ganze Gezerre und Geschiebe hatte sich der Gürtel des Bademantels gelöst und der Mantel hing offen an ihm herunter und offenbarte mehr von ihm als Sebastian lieb sein konnte. Er griff instinktiv nach dem Mantel, doch als sein Blick auf die weibliche Gestalt fiel, fielen seine Hände plötzlich kraftlos herab und sein Mund klappte herunter.

„Was ist denn so eilig?“ erklang fragend die Stimme, die er vorhin schon gehört hatte und das Wesen drehte sich um. Sebastian traten vor staunen die Augen weit aus den Höhlen hervor. Vor ihm stand Bastets Ebenbild, so dachte er zumindest.

„Oho, dein junger Freund! Na Süßer, was ist denn?“

Sie näherte sich mit einem wiegenden Schritt. Noch immer war Sebastians Mund vor Überraschung weit ge­öffnet!

„Mund schließen! Sonst gibt es Fliegen zum Frühstück.“ Scherzte sie.

Sebastians Beine versagten und er ging auf die Knie. Dass seine Front dadurch nun vollständig entblößt war, nahm er nur nebenbei wahr. Kattis Hand ging unter sein Kinn und schloss sanft seinen Mund. Sebastian spür­te das kurze weiche Fell auf Ihrem Handrücken und atmete, noch immer sprachlos, tief ein und nahm ihren Duft in sich auf.

„Ist der Bursche stumm?“ fragte Katti, mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht, Karolus

„Wie, … ich, … nein!“ endlich fand Sebastian seine Sprache wieder.

Er wurde sich plötzlich seines Aufzuges bewusst und ihm schoss das Blut ins Gesicht. Katti war es auch auf­gefallen.

„So kannst du hier aber nicht herumlaufen!“

Sie beugte sich vor, zog seinen Bademantel zu und knotete den Gürtel zusammen. Und Sebastian starrte ge­zwungener weise auf ihr Dekolletee.

„Nun so ist es doch viel besser!“ Sie blinzelte ihn wissend an.

Sebastian war es furchtbar peinlich, doch er konnte ihre schelmisch blitzenden Augen sehen und er hatte das Gefühl, das sie eigentlich etwas ganz anders im Sinn hatte. Karolus griff ihm unter die Arme und zog ihn hoch.

„Sebastian, darf ich dir meine Kollegin und engste Freundin vorstellen. Katti! Katti, das ist Sebastian!“

„Sehr erfreut dich kennenzulernen Sebastian.“

Sie ergriff seine Hand und schüttelte sie kurz.

„M … Maneska, Sebastian Maneska.“ stellte er sich stockend vor, er war von der Kraft erstaunt, die von ih­rem Händedruck ausging. Er selber fühlte sich plötzlich schwach und sackte ohnmächtig in sich zusammen. Karolus fing ihn auf und setzte den bewusstlosen Mann auf einen Stuhl.

„Ich wusste ja immer, dass ich umwerfend aussehe, aber so umwerfend?“ sie lachte. „Karolus, geh und hol mal den Doktor, nicht das der Bursche hier noch einen auf Herzkasper macht!“

„Doktor, Doc, wo sind Sie?“ rief Karolus, als er aus der Küche stürzte.

Katti fühlte Sebastians Stirn ab, dann seinen Puls und sie legte Ihr Ohr an seinen Brustkorb und horchte. Sie konnte keine Auffälligkeiten feststellen, aber van Furr würde schon wissen was zu tun ist. Sie hob zur Sicher­heit Sebastian vom Stuhl, legte ihn auf den Boden und brachte ihn in die stabile Seitenlage. Ab und an gab sie ihm ein paar Klapse auf die Backen und sie war sehr erleichtert, als er wieder reagierte. Sie beugte sich über ihn und wartete. Sebastian schlug seine Augen auf und sah das Gesicht der Katze direkt über dem seinen.

„Will Sie mich küssen oder was? Wieso liege ich auf dem Boden? Ist Sie echt?“ dachte er verwirrt.

„Was ist geschehen?“ fragte er.

„Du bist zusammengeklappt. War wohl etwas viel, oder?“

„Oh ja, das kannst du wohl sagen. Mein Gott, bist du hübsch! Und alles echt?“

Er setzte sich auf und war von dem Anblick gefesselt, der sich ihm bot. Katti griff seine Hand, zog ihr Tank­top hoch, führte die Hand zu ihrem mittleren Brustpaar und ließ es ihn spüren.

„Ist das für dich Beweis genug?“

„Du bist echt!“ stellte Sebastian fest.

Seine Hand lag noch immer auf Kattis Brust. Er fühlte das warme Fell, das darunterliegende feste und gleich­zeitig so weiche Brustgewebe und als er eine Zitze berührte kicherte Katti.

„Du Schelm, das kitzelt!“

Verblüffung machte sich auf seinem Gesicht breit. Dann realisierte er, was er da berührte und zog seine Hand schnell zurück, als ob er eine Herdplatte berührt hätte.

„Karolus meinte es ernst, als er mir eine umfassende Veränderung anbot. Du bist nicht so geboren, oder?“

„Nein Süßer, das bin ich nicht. Ich wurde geschaffen. Sieh mich nicht so entsetzt an. Ich wurde, besser gesagt umgewandelt. Früher war ich zu 100% Mensch, so wie du oder Karolus.“

Sie vermied es ihm zu sagen, dass sie vorher auch ein Mann gewesen war. Er musste ja nicht alles wissen. Die Existenz von Mischwesen wie sie es war, sollte eigentlich genug sein, fürs erste. Karolus kehrte wieder in die Küche zurück, mit dem Doktor in Begleitung.

„Na so schlecht scheint es deinem Freund ja jetzt nicht mehr zu gehen. Aber er wird doch zuerst untersucht.“

Sebastian rappelte sich hoch. Er fühlte sich noch nicht so gut und wurde von Karolus gestützt.

„Sie müssen Herr Maneska sein! Ich bin Dr. Wolf van Furr, sehr erfreut Sie kennenzulernen.“

Van Furr reichte Sebastian die Hand und schüttelte sie kurz. Sebastian nickte nur kurz.

„Folgen Sie mir. Karolus du sorgst dafür, dass er uns nicht nochmal zusammenklappt.“

Van Furr führte die beiden zum Raum 6. Dort stand ein Behandlungsstuhl, wie ihn Sebastian noch nie zuvor gesehen hatte. Van Furr wies Karolus an Sebastian in den Stuhl zu helfen, dann begann der Arzt mit der Un­tersuchung. Routiniert führte er die verschiedenen Tests durch, dann steckte er sein Stethoskop in die Tasche.

„Tja scheint alles in Ordnung zu sein! Wahrscheinlich noch eine Nachwirkung von gestern Abend. Sie waren ja völlig von der Rolle gewesen.“

„Ich, ich kann mich an gar nichts mehr erinnern, was geschehen ist, nachdem ich in den Wagen gestiegen bin.“

„War sicher der Schock. Nun wahrscheinlich wird ein gutes Frühstück helfen, danach fangen wir an!“

„Frühstück klang gut, doch was meinte der Doktor mit ‚anfangen‘.“ Als er noch über van Furrs Worte grübel­te, trat Karolus hinter Sebastian und legte ihm ein schmales Halsband an. Er griff an seinen Hals.

„Was ist das?“

„Ein neues Steuergerät!“

„Steuergerät? Was soll es steuern?“

„Deinen Trieb, du kannst hier nicht halb nackt herumlaufen und uns deine Erektion vorführen!“

Sebastian blinzelte und blickte an sich herab. Sein Penis war schon wieder steif geworden, doch als ob ein Schalter in ihm umgelegt worden wäre, erschlaffte seine Latte und er fühlte sich nicht mehr so kribbelig und unruhig. Verdammt warum war er nur die ganze Zeit so notgeil?

„Tut mir Leid, ich weiß wirklich nicht, was mit mir los ist! Das geht nun schon seit Tagen so.“ sagte er be­schämt.

„Jetzt ist es aber besser?“

„Viel besser, Danke!“

Und es war wirklich besser, denn sobald das Halsband um seinen Hals lag, war das Gefühl der Erregung ver­schwunden und Sebastian war erleichtert, er fühlte sich gut. Sein knurrender Magen erinnerte ihn an die Aus­sicht auf ein Frühstück und er leckte sich hungrig über die Lippen. Van Furr sah zufrieden, das sich bereits kleinere Farb­veränderungen abzeichneten. Die bereits verabreichten Naniten fingen tatsächlich an zu arbei­ten. Er blickte auf die Uhr.

„Kinder, wie die Zeit vergeht. Jetzt schnell aber zur Küche, sonst ist schon wieder Mittagszeit!“

Die drei begaben sich zur Küche wo Katti bereits ungeduldig wartete. Van Furr berichtete kurz von den guten Ergebnissen der Untersuchung und dann übernahm Sebastian die Konversation. Zwischen den einzelnen Happen erzählte er wie ein Wasserfall und offenbarte über sich soviel wie noch nicht einmal Karolus zuvor erfahren hatte. Er ließ alles heraus. Auch seine intimsten Phantasien erzählte er den dreien, ohne dabei zu er­röten. Er gab offen zu den Verdacht zu haben Bi zu sein, allein schon wegen der immer häufigeren homoero­tischen Gedanken und Phantasien. Als er fertig war, fühlte er sich leer und doch war er auch zufrieden und sah nun die Welt mit anderen Augen, doch andererseits wisperte eine leise Stimme in seinem Kopf. Diese Stimme klang wie der alte Sebastian, sie machte ihm Vorhaltungen und appellierte an seinem Verstand doch mal genauer zu hinterfragen warum er hier war, warum ihm plötzlich die Gestalt der Anthropomorphen Katze nicht störte, warum er so offen aus dem Nähkästchen plauderte, warum …, warum …? „Halts Maul!“ „Gut wie du willst, ich habe dich gewarnt!“ Er bemerkte, dass ihn drei Augenpaare beobachteten. Niemand sprach ein Wort. Hatte er die Worte etwa laut ausgesprochen?

„Was geht dir durch den Kopf?“ fragte Karolus schließlich und brach das Schweigen.

„Ähm ja.“ druckste er herum, „Ich frage mich die ganze Zeit über, womit denn gleich angefangen werden soll?“

„Na deine Verwandlung!“ antwortete Karolus seelenruhig. „Du hast doch gestern den Vertrag unterschrieben!“

„Vertrag, was für ein Vertrag? Und was für eine verdammte Verwandlung?“

„Diesen Vertrag!“ Van Furr reichte ihm ein mehrseitiges Dokument.

Sebastian las sich das Schriftstück durch, dann noch einmal und ein drittes Mal. Es war ein unbefristeter Ar­beitsvertrag. Unkündbar, lebenslang gültig. Gab es so etwas überhaupt? Und auf der letzten Seite war wirk­lich seine Unterschrift, da gab es kein vertun. Er hatte einen Arbeitsvertrag. Und es gab wirklich eine Klau­sel, die eine Verwandlung beinhaltete. Er sah zu der Katze rüber und schluckte. Ohne Katti vor Augen hätte er das für einen Witz gehalten, doch nun? Er griff sich seine Kaffeetasse und führte sie zitternd zum Mund. Wo war er nur hineingeraten. Er trank einen Schluck, der Kaffee schmeckte seltsam. Sebastian zwinkerte, seine Sicht wurde etwas unklar. Die Stimmen der drei anderen klangen tiefer und ihm kam es vor als ob sie sich in Zeitlupe bewegen würden.
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G._Kabashi

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Re: Reif für die Insel
« Antwort #2 am: 10 Mai, 2018, 11:23:06 »

Eine deutliche Verbesserung


Jemand ergriff ihn am Arm und zog ihn von seinem Platz hoch.

„Nun sei schön brav und folge dem Onkel Doktor!“ schnurrte Katti.

„Brav? Oh sicher brav sein war gut! Ich werde ja sowas von brav sein!“ Wie in einem seltsamen Traum ge­fangen, folgte Sebastian van Furr. Er schwankte und wäre vielleicht gestolpert, wenn Katti ihn nicht ge­stützt hätte. Das kurze Fell, das ihre Hände bedeckte fühlte sich so schön an. Er wurde in einen Behandlungsraum geführt, wie ihn Sebastian noch nie zuvor gesehen hatte. Ein Bett stand bereit, umringt von irgendwelchen elektronischen Geräten, die munter blinkten und piepten. Der Raum war zudem mit allerhand Regalen und Schränken ausgestattet, die mit wer weiß schon was vollge­stopft zu sein schienen. Medizinische Geräte und Instrumente vermutete er. Ihm wurde der Bademantel abgenommen und er stand nun im Adamskostüm vor den dreien.

„Sebastian?“

„Jaaaaa.“ nuschelte er.

„Leg dich bitte auf das Bett und spreize dann deine Arme und Beine.“ surrte Katti in sein Ohr.

„Mhmm, Bett legen und spreizen.“ wiederholte er und tat wie es ihm aufgetragen worden war.

„Gehorsam ist gut und was soll schon dabei sein.“ Dachte er. Er beobachtete interessiert, wie ihm Katti und van Furr Fesseln anlegten. „Fesselspiele? Warum nicht.“ Karolus rollte einen Ständer an das Bett heran, an dem mehrere Infusionsbeutel hingen. Sie waren mit einer silbrig schimmernden Flüssigkeit gefüllt. Die Kat­zenfrau verließ für einen Augenblick den Raum und kehrte mit einem Korb zurück, den sie auf einen Rollwa­gen abstellte. Durch die Gitter des Korbes konnte Sebastian weitere Beutel sehen. Ein stechendes Gefühl in sei­nem Arm ließ seine schwammige Aufmerksamkeit wieder zu Karolus wechseln. Mehrere Kanülen ragten aus seiner Armbeuge und Karolus verband jede mit einem der Infusionsbeutel.

„Au, das hat weh getan!“ nuschelte Sebastian.

„Entschuldigung, ich bin nicht so geübt darin.“ kam es sanft von seinem Freund, der dem Doktor nun zunick­te.

Sebastian konnte nicht genau erkennen, was der Arzt tat, doch der Schmerz in seinem Arm verschwand und wurde taub. Er versuchte die Hände zu Fäusten zu ballen, doch sie gehorchten ihm nicht mehr. Er versuchte seinen Kopf zu heben um nach seinen Füßen zu sehen, die sich auch nicht mehr rühren wollten, doch es ge­lang ihm nicht. Er war paralysiert. Katti rückte seinen Kopf zurecht. Sie beugte sich über ihn und flüsterte leise in sein Ohr.

„Keine Angst, wenn alles vorüber ist wirst du ein ganz neues Leben vor dir haben! Versprochen!“

Sie strich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Sebastian merkte gar nicht, wie sie ihm mit einem schnellen Handgriff das Halsband abnahm.

„Dann können wir nun anfangen! Karolus würdest du bitte den Tropf öffnen.“ sagte van Furr zufrieden.

„Schon gesche­hen.“

Sebastian verfolgte benommen wie die Flüssigkeit im Schlauch seiner Vene entgegen floss. Als die Spur aus seinem Gesichts­feld verschwand, fühlte er, wie sein Arm immer wärmer zu werden schien. Diese Wärme weitete sich immer weiter aus, erfasste seine Schulter, dann seine Brust, seinen anderen Arm und seinen Kopf. Dann wanderte die Wärme seine Brust hinab durch seinen Unterleib und als es sein Glied erreichte, stöhnte er auf. Die Wirkung des Halsbandes hatte ja sofort nachgelassen, als Katti es abgenommen hatte,  auch wenn Sebastian es nicht bemerkt hat oder bemerken wollte. Sein Glied hatte bereits wieder angefangen zu zucken und war in einen halb erigierten Zustand gewechselt. Doch nun schien sein Körper Unmengen an Blut durch seine Adern zu Pumpen, besonders in seinem Unterleib und er bekam wieder eine anständige Lat­te. Wobei das Wort „anständig“ eine Untertreibung war. Sebastian bestes Stück war steinhart. Mittlerweile hatte die Wärme seinen gesamten Körper erfasst und ihm wurde immer heißer. Feine Schweißperlen bildeten sich auf seiner nackten Haut und wurden größer, bis sie in kleinen Rinnsalen von seinem Körper auf die Ma­tratze flossen. Schweiß rann seine Stirn hinab und einige Tropfen rannen in seine Augen, es brannte und er zwin­kerte. Tränen rannen sein Gesicht hinab. Seine Erektion zuckte und er meinte zu fühlen wie seine Eier an­schwollen.

„Hilf ihm!“ hörte er den Arzt sagen und er bemerkte wie sich die Katze dem Bett näherte. Sanft umfassten ihre Pfoten sein Glied und seinen Sack und begannen ihn zu massieren. Die feinen Haare kitzelten ihn und er kicherte unwillkürlich. Katti verstand es meisterhaft ihn in einem dauerhaft erregten Zustand zu halten und sein Kichern ging in ein Keuchen über. Er fühlte sich so erniedrigt und hilflos. Doch zugleich genoss etwas in ihm die Aufmerksamkeit. Die Wärme in seinem Körper nahm weiter zu und dann kam ein prickelndes Gefühl auf seiner Haut hinzu. Anfangs schienen es nur Ameisen zu sein, die über ihn hinweg krabbelten, doch dann glaubte er, das er von hunderten, nein tausenden feiner Nadeln gepiesackt wurde. Seine Erektion wurde im­mer stärker und Kattis Massage erlöste ihn nicht von dem Druck, sondern schien es nur noch intensiver, lust­voller, quälender werden zu lassen. Er war wie entzwei gerissen, zum einen wollte er das es aufhört, aber zu­gleich sollte sie weitermachen. Innerlich war er beschämt, dass er vor den Augen zweier Männer, von einer ihm so gut wie Fremden so intim verwöhnt wurde.

„Neeeeiiiiiiiiiiinnnnn! Nicht, Bitte, nicht!“ stieß Sebastian gequält hervor, doch die Reaktion seines überhitz­ten Leibes zeigte die leere seiner Worte.

„Oh doch Bursche!“ surrte die Katze „Dein Körper will es! Du willst es!“

Sie hatte Recht. Etwas raues, feuchtes berührte seine Eichel, von der es bereits tropfte. Sebastian wäre zu­sammengezuckt, doch sein Körper war weiterhin wie gelähmt. Dann schloss sich das Maul der Katze um sein Glied und Sebastian heulte schwach auf. Er schloss seine Augen und sein Atem ging schwerer. In seinem Kopf stellte er sich Katti vor, wie sie ihn befriedigte. Das Piepen der Mo­nitore, das Schmatzen und gedämpf­te wohlige Schnurren, das Katti von sich gab und die gelegentli­chen An­weisungen und Kommentare der bei­den Männer, all das verschmolz zu einem weißen Rauschen, das ihn hinfort riss und in seiner Vorstellung sah Katti auf und er sah das es Karolus war, aus dessen lächelndem Mund Sperma tropfte. Es war eine schier übermenschliche Anstrengung dagegen ankämpfen zu wollen, und Sebastian ver­lor. Er kam und seine Hoden entluden sich. Katti schluckte und schnurrte und massierte seine Eier weiter, die nun angeschwollen und mehr als doppelt so groß wie zuvor waren. Ein dumpfer Schmerz machte sich in seinem Gesicht bemerkbar und seine Sicht verschwamm. Er erahnte es mehr, als dass er sah, dass sich zum einen seine Nase verfärbte und zum anderen sein unteres Gesichtsfeld kleiner werden zu schien, jedenfalls wurde seine Nase breiter und länger und schob sich immer weiter vor. Seine Schädelknochen knackten und knirschten und diese Geräusche dröhnten in sei­nen Ohren. Heftige Wellen stechender Schmerzen begleiteten diese Kakofonie grausiger Ge­räusche und nun tat es wirklich weh und er stieß schwache Schmerzensschreie aus. Van Furrs besorgtes Ge­sicht erschien vor dem seinen und er fühlte einen leichten Stich im Hals.

„Tut mir leid mein Sohn, muss höllisch wehtun? Nun sollte es gleich besser werden!“

Und wirklich schwanden die Schmerzen. Die Droge die van Furr injiziert hatte, war wohl recht stark, denn Sebastian kicherte hilflos.Das prickelnde stechen auf seiner Haut und die höllischen Schmerzen in seinem Ge­sicht, seinen Armen und Beinen waren weiterhin vorhanden, doch Sebastian erschienen sie we­niger wich­tig. Schmerzen waren immerhin ein Zeichen, dass er nicht träumte, obwohl, ein Alptraum wäre eine willkom­mene Erklärung für dieses surrealistische Erlebnis.

Die Verfärbung seiner Haut breitete sich immer weiter aus. Blau, vor seinen Augen wurde es blau und feine Härchen sprossen hervor, erst vereinzelt, dann immer mehr und bildeten einen feinen weißen Flaum. Er fühl­te mit seiner Zunge im Mund herum. Er hatte nun viel mehr Platz in seinem Rachen, denn seine Nase und sein Oberkiefer verwuchsen miteinander zu einer ansehnlichen Schnauze. Und als er mit sei­ner Zunge so her­um fühlte und dabei gegen einen Backenzahn stieß, löste der sich aus seinem Unterkiefer. Re­flexartig spuckte er den Zahn aus und er bemerkte erstaunt, das noch weitere Zähne nur lose in seinem Kiefer hingen. Er fand es lustig, doch die andere Stimme in ihm kreischte panisch auf. Das Gesicht van Furr's erschien wieder dicht vor seinem eigenen und er spür­te, wie der Arzt sein Maul, denn als Mund konnte man das nicht mehr be­zeichnen, öffnete.

„Sorry, aber die müssen alle raus!“ sagte der Mann, „Nicht, dass Du noch einen Zahn verschluckst, das wol­len wir doch nicht, oder?“

Sebastian konnte nur einen unartikulierten kichernden Laut als Antwort von sich geben. Seine Zunge leckte über die lo­ckeren Zähne und berührte die Hand des Arztes.

„Nicht beißen mein Junge. Es ist nur zu deinem besten!“ beruhigte ihn van Furr.

Er schmeckte den Latex und erschauerte. Aber beißen? Nein, beißen wollte er nicht. Selbst wenn Sebastian gewollt hätte, er war dazu derzeit nicht in der Lage. Sein Maul fühlte sich so seltsam schwach an. Ein wieder­kehrendes zie­pendes Gefühl und ein metallisches Klickern kurz darauf, waren das einzige was er wahrnahm, als van Furr die lockeren Zähne zog und in eine flache Schale warf. Der Arzt musste dafür nicht einmal eine Zange benutzen, so lose saßen die übrigen Zähne in den Kiefern seines Opfers.

„Ist schon vorbei!“ sagte van Furr und warf den letzten Zahn in die Schale, dessen Wurzel wie abgefressen aussah.

Sebastian schmeckte sein eigenes Blut. „Bäh, widerlich.“ dachte er. Mühsam versuchte er die eklige Mi­schung nicht zu schlucken.

„Einen Moment, das haben wir gleich!“ kam es von van Furr, der die missliche Lage Sebastians erkannt hatte und unter das Bett griff.

Ein zischendes Geräusch erklang und van Furr saugte mit einem einfachen Handgerät die Mischung aus Speichel und Blut ab. Die Blutung schien auch schon wieder gestillt zu sein und Sebastian fühlte mit seiner Zunge über das nackte Zahnfleisch, doch anstelle tiefer Löcher fühlte er wie die Spitzen neuer Zähne aus dem Zahnfleisch hervorragten und wuchsen. Die Geschwindigkeit des Wachstums erstaunte ihn, doch er­staunlicher war die Tatsache, dass er es akzeptieren wollte. „Willst du nicht!“ meldete sich seine innere Stim­me, doch ein weiterer Orgasmus schüttelte ihn und die Stimme verstummte.

„Er scheint sich gut zu entwickeln!“ raunte Karolus.

„Wie erwartet.“

„Aber Blau?“

„Wieso? Blau und Weiß. Passt doch, oder? Die Bayern werden es lieben!“ van Furr lachte leise, als ob er einen guten Witz gemacht hätte.

Sebastian hatte derweil irgendwie die Fähigkeit zurückerlangt seinen Kopf zu bewegen. Und so versuchte er an sich herab zu lugen. Etwas das nicht so einfach ist, wenn man plötzlich über eine Schnauze verfügte, die mehr als zehn Zentimeter aus dem Gesicht hervorragte. Als es ihm schließlich gelang, sah er wie gerade auf sei­ner Wampe die letzten rosigen Hautflächen sich blau färbten und auch dort weiße Haare sprossen. Noch mehr erstaunt war er darüber wie das Fett dahinschmolz, das er in den letzten Jahren angefressen hatte. Sein Bauch und seine schwabbeligen Männerbrüste schwanden zusehends und je länger er auf seinen Bauch und Brust­korb starrte, um so mehr konnte er von Kattis Kopf sehen, der auf und ab sauste, dann verharrte sie. Da­für war dann ihre raue Zunge um so aktiver. Katti schien ganz und gar von ihrem Tun gefesselt zu sein, doch als sie mal wieder verharrte trafen sich ihre Blicke und Katti zwinkerte ihm zu und leckte über seine Ei­chel. Stöhnend warf sich Sebastian zurück und buckelte sich auf. Sein Glied ergoss sich wieder und Katti, über­rascht von dem plötzlichen Erguss, verschluckte sich fast. Wie häufig er gekommen war, wusste Sebasti­an nicht mehr, er war erschöpft, so erschöpft wie noch nie zuvor. Nicht einmal die erste Trainingseinheit hatte ihn so ausgelaugt, und lag teilnahmslos auf dem Bett. Sein ganzer Leib fühlte sich zerschlagen an und aus ir­gendeinem Grund schmerzte sein Steiß höllisch. Was hat man ihm nur angetan? War es vorbei? Er hatte zu diesem Zeitpunkt nicht einmal mehr die Kraft um auch nur einen leisen Piep von sich zu geben und so atmete er nur mit offenem Maul und starrte an die Decke, ohne auf irgendetwas zu achten nur starren und atmen. Starren und atmen.

Katti ließ nun von dem erschlaffenden Glied ab, dass sie so kunstvoll verwöhnt hatte und warf einen Blick auf Sebastian. Sein Hodensack war mit demselben dichtem schneeweißem Fell bedeckt, dass auch auf seinem Leib gewachsen war. Seine Männlichkeit dagegen stach ihr förmlich ins Auge. Der Penis war dunkelblau ver­färbt und weiche stachelförmige Fortsätze waren auf der Unterseite des Schaftes gesprossen. Wiederholt leckte sie über ihre Lippen, und erschauerte wohlig. Denn als sie mit ihrer Zunge über diese Spitzen geleckt hatte, hatte das Glied jedes mal gezuckt und die Spitzen hatten sich verhärtet. Es mussten unzählige Nerven in ihnen zusammengeführt worden sein. Doch zur Zeit schien es eher zu sein, dass der starke erregte Zustand ein Ende hätte, denn der erschlaffende Penis zog sich in seine schützende Hülle zurück, die wie bei einem Kater geformt war. Sie ließ ihren Blick weiter über Sebastian schweifen und was sie sah, gefiel ihr ungemein. Seine Füße waren weitestgehend menschlich geblieben, auch wenn nun etwa drei oder vier Nummern größer, ohne die Zehennägel mit einzurechnen, die schwarz gefärbt waren und spitz zuliefen. Seine Fußsohlen sahen etwas seltsam aus, sie waren mit sehr kurzem steifen Fell bedeckt und hatten, wie auch seine Zehen dicke blaue Ballen. Ganz anders als bei Katti selber, die echte Katzenpfoten hatte und Zehengänger war, so ist Se­bastian ein Sohlengänger geblieben. Seine Beine waren ebenso menschenähnlich geblieben, wenn auch viel muskulöser und mit Fell bedeckt, das an seinen Unterschenkeln Schwarz war und so wie ein Stiefelschaft, oder treffender wie Stulpen wirkten. Die fette Wampe, die ihn verunzierte, war einem stattlichen Sixpack ge­wichen, dass sich deutlich unter dem kurzen samtigen Fell abzeichnete. Und seine Brustmuskeln stachen wunderbar hervor. All das überschüssige Fett war während der Verwandlung in Energie und neues Gewebe umgewandelt worden.

Katti strich mit ihrer Hand über seinen heißen Leib, sie fühlte die zuckenden festen Muskeln, an die wenige Stunden zuvor noch nicht zu denken gewesen waren. Sie war sich sicher, würde es jemals einen freien Markt für die Behandlung geben, würden die Bodybuilder ihnen die Praxis einrennen, nur um anschließend wegen Techno-Dopings gesperrt zu werden. Bei diesem Gedanken schlich sich ein amüsiertes Grinsen in ihr Gesicht und entblößte ihr Felines Gebiss.

Sie wanderte um das Bett herum und strich nun über Sebastians muskulös gewordenen Brustkorb. Fort waren seine Männertitten, das schwabbelnde Fett war verbrannt und durch Muskeln ersetzt. Sie konnte es sich nicht verkneifen an seinen Brustwarzen zu spielen. Seine Nippel waren hart, ragten einen guten halben Zoll hervor und stachen auch ins Auge, denn sie waren ebenso Blau wie sein Glied oder seine Nasenspitze. Van Furr hat­te recht. Blau und Weiß, das waren seine Farben, dazu noch hier und da schwarze Streifen. Oh es stand ihm wirklich gut!

Sebastians Kopf lag auf dem Kissen und er starrte die Decke an. Sein Maul war offen und entblößte seine neuen strahlend weißen Zähne und das ebenso blaue Innere seines Gaumens. Seine, wie soll­te es auch anders sein, blaue Zunge hing zu einer Seite heraus und verdeckte seine überraschend flachen Ba­ckenzähne, wie man sie eigentlich nicht an einem so offensichtlich katzenähnlichem Wesen erwarten würde.

Doch Katti wusste selber, dass ihr eigenes Gebiss genauso beschaffen war. Perfekt für Omnivoren, Allesfres­ser, denn auch wenn sie beide offensichtlich Katzen ähnelten, so hatte van Furr entschieden sie eben nicht zu reinen Fleischfressern zu machen, es war einfach billiger jemanden zu ernähren, der eine gemischte Ernäh­rung bevorzugte. Und Katti liebte es gelegentlich an Möhren zu knabbern, oder eine „gebrauchte“ Salatgurke zu verzehren.

Sein Kopf war rundlicher geworden und seine Ohren wanderten, vor ihren Augen, auf die Oberseite seines Schädels. Sie fingen bereits an sich zu spitzen und die für Katzen typische Form anzunehmen. Katti konnte es sich nicht verkneifen sie zu testen. Sie schippte mit ihren Fingern, doch die Ohren reagierten nur sehr schwach, aber das würde sich sicherlich bald auch geben, wenn sie an ihrem zugewiesene Platz angelangt waren und die Muskeln sich neu gebildet haben. Jedenfalls sah der Kontrast seiner weißen Ohren zu der wu­scheligen, schwarzen Mähne fantastisch aus. Das die Schläfen grau meliert waren fand Katti geradezu sexy. Es ließ den jungen Burschen reifer erscheinen, als er es vielleicht war. Doch Katti müsste ihn dazu besser kennen lernen, später. Sie fuhr mit ihren Händen in die Mähne hinein und versuchte es zu entwirren, doch egal was sie versucht, es schien sich nicht bändigen zu lassen. Sie warf einen Blick in seine Augen, die un­verändert waren, es waren Sebastians alte Augen, doch in ih­nen war zur Zeit kein Leben, starr waren die Pu­pillen zur Decke gerichtet und fokussierten nicht auf ihr hüb­sches, kupferfarbenes Gesicht.

„Doc! Er ist vollkommen weggetreten.“ stellte sie fest.

„Gut, dann können wir ihn ja nun losbinden, ihr beide bringt dann unseren Gast in sein Zimmer. Er hat es fürs erste überstanden.“

Katti öffnete die Schnallen der schweren Lederriemen, die Sebastian fixiert hatten und gemeinsam mit Karo­lus drehte sie ihn auf seinen Bauch oder was davon noch übrig war-

„Das muss aber sehr unbequem gewesen sein!“ rief sie aus.

Aus seinem verlängerten Rücken ragte ein kurzer Schwanz hervor, etwa 1 ½ Fuß lang und an der Spitze noch ganz haarlos. Es war wohl doch noch nicht ganz vorüber, denn vor Ihren Augen verlängerte sich diese An­hängsel immer weiter. 2 Fuß, 3 Fuß. Ob­wohl Katti natürlich genau wusste wie schnell das Wachstum war, das von den Naniten verursacht wurde. So war sie doch immer wieder überrascht, wenn sie es beobachtete, mit welcher Geschwindigkeit sich aus einem winzigen Anhängsel ein neues Körperteil bilden konnte. Sowohl sie, als auch Karolus starrten gebannt auf den Schwanz, der mittlerweile 4 Fuß lang war und auf dem nun schneeweiße Haare sprossen, nur auf seiner Spitze sprossen pechschwarze Haare, die einen Büschel, wie bei einem Löwen, bildeten. Karolus Blick wan­derte über den sich weiter und weiter transformierenden Körper, der immer stärker und maskuliner wirkende Proportionen annahm.

Vor ihnen wandelte sich Sebastian zu einem Inbegriff der Männlichkeit. Und wie zum Beweis für seine Männlichkeit bildete sich auf seinem Rücken ein Muster. So hatte es der Auftraggeber gewünscht und Karo­lus freute sich wie gut proportioniert es ihm gelungen war. Muster per DNA festzulegen war eine Unmöglich­keit, doch mit den Naniten konnte er die Hautpigmentierung steuern wie er wollte. Hätte es im Auftrag ge­standen würde Sebastian kariert oder gepunktet sein. Genau auf seinen Schulterblättern wurde nämlich je­weils ein Kreis sichtbar und aus jedem Kreis wies ein Pfeil zu dem jeweiligen Arm nach links und rechts. Die Symbole des Mars, der Männlichkeit. Auch hatte er einige schwarze Viertelmondförmige Tigerstreifen auf seinem Rücken, seinen Oberarmen und Beinen und seinem Löwenschwanz, aber es waren nur wenige und sie bildeten kein Tarnmuster, sondern unterstrichen seine Muskeln, denn bei jeder Bewegung würden sich diese Streifen winden, wie kleine schwarze Schlangen im Schnee. Karolus konnte es sich gut vorstellen.

„Kinder wollt Ihr nun Maulaffen feilhalten oder ihn endlich in sein Zimmer bringen!“ schnarrte van Furr un­geduldig.

Ihm gefiel auch das Design, dass sich Karolus hatte einfallen lassen, als Sie über die künftige Erscheinung ih­res neuesten Klienten brüteten. Der Arzt hatte auch die Blicke seiner beiden Assistenten sehr wohl bemerkt, und ahnte bereits was in den Köpfen von Karolus und Katti vorging. Dem zukünftigen Loverboy, Sebastian, würde eine solide sexuelle Erfahrung sicherlich guttun und die neu zu erweckende Persönlichkeit ein entspre­chendes Maß an sexuellem Verlangen geben. Al Bhawris Ressort hungerte nach so jemanden. Zufrieden be­obachtete er dann, wie Katti und Karolus Sebastian aus dem Bett hoben, was für die beiden nicht so einfach war. Obwohl der frischgebackene Hybrid ordentlich an Gewicht verloren hatte, so musste der muskulöse Löwe-Tiger-Mensch-Mischling immer noch weit über 100 kg auf die Waage bringen, das Gewicht verteilte sich aber viel besser, denn er hatte einen ordentlichen Wachstumsschub gehabt und war nun größer als Katti. Gute 2 Meter, schätzte van Furr.

„Doc?“

„Was ist?“

„Machen Sie uns doch bitte die Türen auf.“

„Wie, oh, ähem, natürlich.“

Van Furr führte die beiden, die den bewusstlosen Sebastian zurück in den Kellerraum trugen, in dem er schon vor wenigen Stunden noch geschlafen hatte und wo er jetzt wieder schlafen würde. Katti und Karolus legten ihn in das Bett. Zu guter letzt deckte Katti ihn noch mit einer Bettdecke zu. Dann verließen die drei das Zim­mer, das im Halbdunkel zurückblieb. Sebastian lag auf seinem Rücken und schlief tief und fest. Seine Zunge hing aus seinem Maul und er schnarchte leise.

Katti verließ die beiden Männer und verschwand in ihrem Bad im Obergeschoss um sich frischzuma­chen und anschließend allen eine wohlverdiente Mahlzeit zuzubereiten. Van Furr und Karolus waren derweil zu­rück ins Labor gegangen um noch eine Aufgabe zu erledigen. Eine halbe Stunde verging und van Furr kehrte in den Keller zurück. In seiner Hand hielt er eine Spritze. Der silbrige Schimmer, der vom Inhalt ausging, ver­riet, dass die beiden eine weitere Portion Naniten vorbereitet hatten. Leise begab er sich ans Bett, in dem Se­bastian noch genauso lag, wie ihn die drei vor kurzem zurückgelassen hatten. Van Furr schlug die Bettde­cke zur Seite und legte eine Aderpresse an. Dann injizierte er die Naniten, die in den nächstens Stunden das Werk vollenden sollten. Zufrieden, nun eigentlich voller Stolz betrachtete er sein Werk.

„Das wird ein erwachen werden!“ lachte van Furr leise, wohl bedacht darauf Sebastian nicht zu wecken. Dann hörte er Katti rufen. Er löschte das Licht und bestens gelaunt verließ er Sebastian, der wieder zugedeckt war und vor sich hin träumte.
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Re: Reif für die Insel
« Antwort #3 am: 10 Mai, 2018, 11:24:08 »

Dein neues Leben

Sebastian plagten Albträume, und mit einem erstickten Schrei fuhr er schließlich aus dem Schlaf. Später ver­suchte er sich zu erinnern, um was es ging. Doch außer der Erkenntnis, dass ihn diese Träume furchtbar ge­ängstigt hatten konnte er nichts über deren Inhalt sagen.

„Wo bin ich?“ fragte er sich nun halblaut.

Das Zimmer in dem er sich befand war in Dunkelheit gehüllt. Er fühlte sich zerschlagen und sein Schädel brummte. Nach und nach versuchte er sich zu erinnern, wo er war und wie er zu diesem „Wo“ gelangt war und warum er überhaupt nicht in seinem kleinen gemütlichen Schlafzimmer erwacht war. Das Bett in dem er lag war jedenfalls riesig und unglaublich bequem. Er ließ sich in die Kissen zurückfallen und starrte die De­cke an. Er versuchte krampfhaft sich zu erinnern, was überhaupt gesche­hen war und langsam lösten sich die Nebeligen Gedanken auf und wurden wieder klarer. Das Treffen mit Karolus im Center, die Heimfahrt, der Brand. 'Shit' dachte er. Alles was er besaß war ein Raub der Flammen geworden. Er war nun ärmer als eine Kirchenmaus und obendrein auch noch Obdachlos. Und dann? Es musste ein Traum gewesen sein! Dieser verrückte Traum, was anderes konnte es nicht gewesen sein, als ein irrer Traum. So etwas wie eine Verwand­lung, das konnte nicht sein, das war unmöglich. Und doch. Gedankenverloren hob er seine Hand, denn er meinte etwas würde seine Sicht behindern, doch sie stieß gegen seine Nase, obwohl seine Hand weit genug von seinem Kopf entfernt sein musste. Er spürte Haare, die ihm in der Nase kitzelten.

„Häh?“ rief er aus und verstummte verwirrt. „Was ist denn nur los?“ Seine Stimme klang tiefer, irgendwie bassiger.

Seine andere Hand fuhr nun auch zu seinem Gesicht und er tastete sich mit beiden Händen ab. Was er ertaste­te war ihm fremdartig, unnatürlich, tierisch, unbegreiflich und auch irgendwie erregend. Er spürte die dichten Haare, nein, das dichte Fell auf seinem Gesicht und seinem Körper, als er seine Hände über seinen Leib strei­chen ließ. Er fühlte die Muskeln seines Brustkorbes, die Bauchmuskeln und, oahahh, sein Glied! Wo war sein bestes Stück? Er spürte eine Hautfalte und eine Öffnung und er zuckte zusammen, als seine Fingerspitze die­se Falte erforschte und auf das höchst sensitive Organ stieß, das er so vermissen würde. Sein Sack war auch da, und was für ein Sack, er war eindeutig größer und stramm spannte sich die Haut über seine Nüsse. Nun hatte er genug, was hatte man mit ihm angestellt. Er warf die Bettdecke fort und stand auf. Ein wenig zu schnell, denn ihm wurde schummerig. Er sackte zurück aufs Bett, hielt kurz inne und holte ein paarmal tief Luft. Als es ihm endlich besser ging, stand er auf. Vorsichtig tastete er sich in dem dunklen Zimmer zur Tür vor. Jedenfalls hoffte er, dass er die richtige Richtung eingeschlagen hatte. Langsam tastete er sich vor, nicht ohne das eine oder andere Mal mit doch seinen Zehen gegen Hindernisse zu stoßen. Er erreichte endlich die Tür, fingerte nach dem Lichtschalter und wurde vom gleißend hellen Licht gehörig geblendet. Sebastian kniff seine Augen zusammen, langsam öffnete er sie dann wieder, und blinzelte, bis er sich an die Helligkeit ge­wöhnt hatte. Er sah sich um und stellte fest, das er sich wieder in eben dem Raum befand, in dem er zuvor schon erwacht war, aber seine Perspektive schien nicht zu stimmen, wieder so eine Unmöglichkeit, als er an sich herabblickte wurde ihm schwindelig. War er tatsächlich größer und weiß, er war ja vollkommen mit ei­nem sehr kurzem, strahlend weißem Fell bedeckt. Etwas kitzelte in seinem Nacken und er griff hinter sich und erwischte den Übeltäter. Er brachte das Ding vor seine Augen und sah eine schwarze Quaste, die einem Schwanz, seinem Schwanz, als krönender Abschluss diente.

„Ich brauche unbedingt einen Spiegel!“ dachte er ungläubig.

Doch ein plötzlicher Magen-Krampf durchfuhr ihn, bevor er sich nach dem gewünschten Objekt umschauen konnte. Stöhnend sank er zu Boden und ein weiterer Krampf zwang ihn in eine fötale Stellung. Er biss sein Maul zusammen und hatte Glück, das er sich nicht die Zunge verletzte. Er hielt sich den Bauch und unter sei­nen Händen konnte er eine Beule spüren, die immer weiter seine Haut dehnte. Unter Schmerzen meinte er zu sehen, das ein Alien, wie aus diesem alten Film, seine Bauchdecke durchstieß, denn es war Blau und doch als seine Hände es ergriffen durch-jagte ihn ein unglaubliches Lustgefühl und ein zweites Glied drängte aus sei­ner Hülle. Der Anfall ging endlich vorüber, doch Sebastian lag noch immer zusammengekauert auf dem Fuß­boden und glotzte auf seinen Schritt, aus dem nun zwei Glieder ragten. Zwei mächtig große Schwengel zu­dem und sie waren blau und seltsam geformt, steinhart und soooooooooooo empfindlich. Jede Hand hatte einen seiner Schwengel umfasst und er begann zu pumpen. Sebastians Augen verdrehten sich, bis nur noch das weiße sichtbar war. Jedes mal wenn seine Finger über einen der Fortsätze rubbelten, durchfuhr ihn ein Lustschauer nach dem anderen und er meinte zerberstende Funken zu sehen.

„Gott, ohhh Gott, OOOOHHHHHHHHHH Gotttttt.“

Der Druck in seinem Schritt nahm weiter zu und wurde immer stärker und stärker. Er wichste immer wilder und drehte sich auf den Rücken. Endlich kam er und er stieß einen triumphierenden Schrei aus, als zwei große Spritzer Samen aus seinen Schwengeln senkrecht nach oben schossen und auf ihn nieder klatschten. Er fühlte wie seine Hoden pulsierten und es brannte. Seine Hände strichen über sein Fell und verschmierten das Sperma und er umfasste seinen Sack und fühlte nach seinen Hoden und musste dabei erstaunt, erfreut und auch etwas geschockt feststellen, dass er auch dort nun doppelt bestückt war. 4 Kiwi große Eier schmiegten sich in seinem Sack aneinander. Genug um seinen Freudenspendern genügend Munition für jede sich bieten­de Gelegenheit vorzuhalten. Mühsam und noch immer schwer atmend rappelte sich Sebastian auf und begab sich zum Bett. Der Wunsch nach einem Spiegel war vergessen. In ihm war eine neue Lust entbrannt und er fing an erneut zu masturbieren, diesmal aber etwas vorsichtiger, bedächtiger, dieses Mal wollte er es voll und ganz auskosten.

In der Küche hielt Katti kurz inne. Sie war gerade am aufwaschen, als sie meinte einen gedämpften Schrei gehört zu haben.

„Hast du das auch gehört?“

„Was? Den Schrei? Ja habe ich!“ antwortete Karolus seelenruhig und trank einen Schluck Kaffee.

„Ob unser Gast sich gerade selbst entdeckt?“

„Mit Sicherheit, Schatz!“

„Das will ich sehen!“

„Nicht nur du, nicht nur du!“

„Wie du auch?“

„Er ist meine Entdeckung und ich habe es mir verdient! Die Idee mit dem Fitness-Center kam schließlich auch von mir!“

„Was habt Ihr beiden eigentlich noch im Labor zusammengebraut?“

„Wirst du noch früh genug sehen!“

„Spann mich doch nicht so auf die Folter. Was ist euch beiden eingefallen mit dem ihr den Burschen beglückt habt. Und dass ohne Monitoring!“

„Katti jedes Bett hat sein Monitoring. Das weist du doch ganz genau.“

„Ja, ja, schon gut, aber es ist gemein!“ maulte sie.

Karolus erhob sich vom Stuhl und trat hinter Katti. Sanft umarmte er sie und drückte ihr einen Kuss in den Nacken. Ihr Schwanz zuckte. Sacht blies er ihr Ohr an und Katti kicherte.

„Nicht!“

„Nur etwas Vorspiel!“

Sie legte den Teller, den sie gerade gewaschen hatte zur Seite und drehte sich um.

„Vorspiel?“ fragte sie erwartungsvoll.

„Die Naniten müssen bei ihm erst zur vollen Geltung gekommen sein!“

„Für was?“

Anstelle einer Antwort gab er ihr einen Kuss und seine flinken Hände rutschten unter ihr Top. Das mittlere Brustpaar war besonders empfindlich.

„Du machst mich ganz feucht!“

„Um so besser!“

Van Furr telefonierte derweil mit seinem Auftraggeber. Mahamad Al Bhawri. Der gebürtige Ägypter, der aus einer angesehenen Familie stammte, war der Manager eines Ressort für Superreiche oder Reiche, die sich für Superreich hielten, und die allesamt einen Ort suchten, um ihrem persönlichen Fetisch nachzukommen. Ei­nem Ort, so abgeschieden und schön, wie man es sich kaum vorstel­len konnte. Und jeder Gast und Einwoh­ner konnte sich frei entfalten, ohne Gefahr zu laufen, von irgendwel­chen Paparazzi abgelichtet zu werden. Und die Inhaber des Ressorts hatten es sich zur Maxime gemacht, so vie­le Wünsche ihrer Gäste zu erfüllen, wie nur irgend möglich, koste es was es wolle und sie waren bereit den geforderten Preis zu zahlen und sie zahlten pünktlich, in bar und in Anteilen.

„Ah Doktor van Furr, ich habe Ihren Anruf sehnlichst erwartet.“

„Freut mich zu hören Herr Al Bhawri.“

„Sie haben also gute Nachrichten? Ist unser Auftrag in Arbeit?“

„Fast schon abgeschlossen. Sie werden sehr zufrieden sein.“

„Ich habe von Ihnen nichts anderes erwartet.“

„Ich erwarte Sie demnächst, so dass Sie Ihren neuesten Angestellten dann persönlich in Augenschein nehmen können. Ich denke er selber wird auch brennend interessiert sein!“

„Ich werde alles vorbereiten und Sie können mich in den nächsten Tagen erwarten.“

„Das freut mich!“

Die beiden sprachen noch eine Zeit lang über die neuesten Entwicklungen und nachdem das Gespräch been­det war lehnte sich van Furr zufrieden zurück. Wenn alles weiter nach Plan lief, würde er seinem Traum, den alten Kasten nebenan in eine Klinik umzubauen, einen deutlichen Schritt näher gekommen sein.


In der Küche warf Katti ihre Schürze über einen Stuhl und seufzte zufrieden, die morgendlichen Pflichten waren endlich erledigt. Karolus blickte sie erwartungsvoll an und erhob sich von seinem Stuhl. Mit einem Küchentuch wischte er ein paar verirrte Kaffeetropfen von seinen Lippen. Das Tuch warf er in einen Wäsche­korb. Dann machte sich das ungewöhnliche Paar auf, um ihrem speziellen Gast die Aufwartung zu machen und in sein neues Leben einzuführen. Ein flotter dreier mit viel bisexuellem Sex. Sie würden ein paar Stun­den benötigen, sehr erfüllende Stunden, heute war wieder ein Tag, an dem man seine Arbeit lieben konnte, nein sogar lieben wollte. Arm in Arm schritten die beiden die Treppe hinab. Aus ihrem Gästezimmer drangen derweil immer deutlicher Geräusche, eindeutige Geräusche, die zeigten dass ihr Gast angefangen hatte seinen neuen, so vollkommen anderen Körper zu erkunden. Karolus fragte sich ob Sebastian bereits begriffen hatte, was aus ihm geworden war. Sie gelangte an seinem Raum und Karolus öffnete die Tür, Katti trat als erste ein, dann folgte er.

Sebastian lag auf dem Bett und masturbierte. Er hatte seine Augen geschlossen und war so tief im Akt der Selbstbefriedigung versunken, dass er nicht bemerkte, wie seine zwei interessierten Zuschauer sich wortlos entkleideten. Und dann anfingen sich zu liebkosen, um selber in Stimmung zu kommen. Sebastian war kurz vor dem nächsten Höhepunkt, als er spürte, wie sich das Bett bewegte, auf dem er lag und Karolus Stimme erklang.

„Guten Morgen hübscher Junge, wie gefallen dir deine beiden Prachtburschen?“

Sebastian riss seine Augen auf und setzte sich auf. Zugleich erreichte er seinen Höhepunkt und unfähig auf die beiden Eindringlinge zu reagieren, ergossen sich seine beiden Glieder und verspritzten ihre heiße Ladung auf dem Laken.

„Mach weiter, mach weiter. Guter Junge, da kommt so viel! Bitte mach weiter!“ hauchte ihm Katti ins Ohr.

Und er machte weiter. Hilflos gefangen in seiner eigenen Erregung.

„Zusammen?“ fragte Katti Karolus und leckte sich erwartungsvoll die Lippen.

Karolus nickte und Bastian, der mit je einer Hand sich um seine Erektionen kümmerte, fragte sich was sie wohl meinte. Ehe er es sich versah, schubste Katti ihn um, Karaolus stieg über ihn und verdeckte die Sicht auf seinen Unterleib. Karolus' Penis hing steif herunter, direkt über Bastians Maul und klares Sekret tropfte ihm direkt auf die blaue Nasenspitze. Reflexartig leckte Bastian sich seine Nase ab. Eine Berührung ließ ihn zusammenzucken. Zwei kräftige Hände umfassten seine Penisse und pumpten auf und ab und zwei weite­re umfassten seinen Sack, die ihn massierten und durchkneteten. Dann spürte er wie die Münder der beiden sich um sein doppeltes Gemächt schlossen und ihm einen Blowjob verpassten, wie er ihn sich noch nicht einmal hätte vorstellen können. Karolus Männlichkeit baumelte nun so nah über ihn, der kräftige männ­liche Duft übermannte Bastians feine Nase. Bastian schlang seine Arme um Karolus Hüfte und zog sich hoch. Er öffnete sein Maul und ließ die Latte in sich hineingleiten. Seine Zunge umspielte den kräftigen Schaft, Ka­rolus schnaufte. Bastian ergatterte noch mehr der klaren Flüssigkeit und schob seinen Kopf vor und hatte bald die ganzen zehn Zoll in sich. Die Eichel stieß immer wieder gegen sein Zäpfchen, doch der Brechreiz blieb aus. Er ließ sich et­was zurückfal­len und saugte den Penis wieder ein. Immer wieder, rein und raus, vor und zu­rück, seine lange Zunge hing aus seinem Maul und wenn er mal kurz innehielt umspielte sie die Eier. Karolus lies plötzlich von Bastians Glied ab und versteifte sich. „Kooooommmmmmmeeeee!“ jauchzte er und sein Schwengel zuckte und es schoss ein warmer Strahl Sperma nach dem anderen in Bastians gierig schlucken­den Rachen. Während er noch schluck­te, spürte Bastian wie etwas in seinen Anus eindrang. Es waren Finger und ehe er es sich versah, drückten die Fingerspitzen gegen die Darmwand und trafen seine Prostata, die um einiges größer war als eine menschliche und noch viel sensitiver. Bastian verkrampfte unter der Berührung und er kam so heftig, das eine Ladung Ka­rolus, der sich von seinem eigen Orgasmus noch erholte, mitten ins Gesicht traf. Katti quiekte überrascht auf, als ihr Maul von einer ebenso großen Ladung Sperma geflutet wur­de. Sie schluckte soviel sie konnte, doch eine ansehnli­che Menge floss ihr das Kinn herab. Sie wischte es mit einer Pfote ab und verrieb es in ihr Fell. Sie würde später eine Menge Shampoo benötigen sich zu säubern, aber das war später, jetzt war jetzt!

„Wow, so viel! Mhm, ob noch mehr davon da ist?“ fragte sie Karolus und leckte sein Gesicht ab.

„Ganz bestimmt!“ antwortete er und küsste Katti einen Samentropfen von einem Nasenflügel.

„Zeit für einen Stellungswechsel!“ Karolus und Katti zogen den willigen Kater auf die Knie,

Katti ging vor Bastian auf alle Viere, und lenkte Ihren Schwanz zur Seite, so dass Bastian freien Blick auf ih­ren Po hatte, den sie in die Höhe reckte. Seine beiden Schäfte zuckten und gingen von Halbmast auf Habacht­stellung. Aus den Spitzen tropf­te bereits frisches Sekret heraus. Bastian war wie ausgewechselt, der fette Jun­ge Mann, Sebastian, sein früheres Selbst war irgendwo anders, nur nicht in diesem Raum und würde viel­leicht nie wie­der zurückkehren, Bastian trauerte dem bemitleidenswerten Looser nicht nach. Er war nun je­mand ganz an­deres und er fand es toll. Seine Zunge hing aus seinem Maul heraus. Sie war breit und hatte sich blau ver­färbt. Er stieß seine Hüften vor und rammte sein unteres Glied bis zum Anschlag in Kattis Arsch. Die Katze jauchz­te auf. Wie von Sin­nen pumpte Bastian vor und zurück, die haken und Spitzen, die aus sei­nem Schaft ragten, rubbelten gegen Kattis Darmwand, seine vier Eier schwangen im Sack mit und schlugen gegen Kattis Poba­cken. Doch etwas fehlte noch.

„Ramm, …, ramm ihn mir rein! Nimm mich endlich! Fick mich. Bitte“ stieß er fordernd, bettelnd hervor und machte etwas langsamer.

Karolus lies sich das nicht zweimal sagen, er hob Bastians Schwanz zur Seite spreizte die Hinterbacken, spritzte eine ordentliche Portion Gleit­mittel, auf Bastians Rosette und dann auf seinen eigenem Glied und verrieb sie et­was. Bastian grunzte erregt. Karolus massive Erektion zielte auf Bastians Arsch, er passte sich dem Takt der beiden an, dann stieß er seinen Penis gegen Bastians noch jungfräuliches Loch. Bastians Augen traten fast aus den Höhlen, als er spürte wie die Eichel seines Lovers seinen Anus spreizte und endlich in ihn eindrang. Er schloss seine Augen. Endlich war es geschehen und es tat weh, aber auf eine seltsam gute Art.

„Ughh.“ keuchte er.

„Dein Arsch … ist … entjungfert … Sebastian.“ keuchte Karolus in Bastians Ohr. „Ohha.“ … „So eng, … das ändern … wir … noch!“

Bastian fühlte Karolus Hände, auf seinem kurzen Fell. Der Mann hielt sich an seinem Rumpf fest und stieß sein Glied in seinen Bastians Arsch hinein und zog ihn dann etwas zurück um anschließend noch tiefer in Bastian einzudringen. Schließlich verschwanden die ganzen 10 Zoll, die Karolus zur Verfügung standen, in Bastians Arsch und trafen mit höchster Präzision seinen G-Punkt. Bastian knurrte, sein Atem wurde abge­hackt und ging Stoßweise. Der Schmerz in seinem Gedärm war noch da, wurde aber von der Erregung zu et­was ande­rem transformiert, wurde zu purer Lust und Geilheit. Die drei fanden einen gemeinsamen Takt und Bastian wur­de von beiden genommen. Er liebte Anal. Sowohl geben, als auch empfangen.

In seinem tiefsten Inneren meinte Bastian eine wimmernde Stimme zu hören, die es falsch fand, die sich sträubte zu akzeptieren was er geworden war, die versuchte zu keifen und dann zeterte, bettelte und flehte, leiser wurde und schließ­lich ver­stummte, verschwand. Sebastian Maneska schloss seine braunen Augen ein letztes mal und Bastian Maahes strah­lend blaue Augen öffneten sich, die Pupillen waren geschlitzt und ver­engten und weiteten sich bei jedem Stoß, den er empfing und austeilte.

Er kam, Bastian konnte nicht unterscheiden, ob er von seinem Glied in Katti kam, oder von seinem Arsch­fick, den ihm Karolus verpasste, doch er kam und es war ihm gleich. Bastian heulte seine Lust laut heraus. Seine 4 Ki­wigroße Eier zuckten und aus beiden Schwänzen spritzte der Samen heraus. Der untere füllte Kat­tis Bauch mit dem heißen Saft und der obere entlud sich auf ihren Rücken. Sie schrie auch vor Lust auf. Sie war fast zeitgleich mit ihm gekommen. Bastian streckte sich, er kam ein zwei­tes Mal, als er spürte, wie sich Karolus in ihn entlud, der sagte kein Wort, schnaufte aber wie eine Dampfmaschine. Alle drei zeigten keine Mü­digkeit nach dem ersten gemeinsamen Orgasmus und starteten sofort die nächste Runde. So ging es noch eine Zeitlang weiter. Sie tauschten die Positionen und jeder von ihnen kam noch einige Male zum Höhe­punkt, gerade Bastians Orgasmen waren sehr ergie­big, besonders dann, als mit beiden in Katti steckte und sie Knoten sich erstmals ausdehnten und Katti ver­siegelten. Da pump­te er ihren Bauch noch voller. Schließlich sanken die drei in sich zusammen, erschöpft, zu­frieden und befriedigt. Ein paar Minuten verharrten sie so wie sie waren. Allesamt miteinander verbunden. Schließ­lich entspannte sich Bastians Knoten und löste die Ver­bindung mit Katti. Sein unteres erschlaffendes Glied rutsch­te mit einem satten Plopp aus Kattis nasser Schei­de, die erschöpft unter den beiden Männern lag. Sein Samen sickerte heraus und rann ihre Schenkel hinab auf das Laken. Und zum ersten male machte er sich Gedanken darüber ob Sie empfangen haben könnte. Bastian fühlte eine Leere in sich, als Karolus' von ihm abließ, aber er wusste in Zukunft würde diese Leere ausgefüll­te werden, wenn auch von jemand anderem.

„Und Sebastian, wie gefällt es dir, dein neues „Ich“, dein neues Leben, dein neuer schöner Körper?“

Bastian sah Karolus mit einem seltsamen Blick an.

„Bastian!“ sagte er entschlossen.

„Wie bitte?“ fragte Karolus-

„Ich bin Bastian, Bastian Maahes und finde es großartig!“

Bevor Karolus etwas sagen konnte gab Bastian ihm einen Kuss und danach kam Katti an die Reihe. Und in der nächsten Stunde lagen sie eng umschlungen zu dritt im Bett, liebkosten sich und waren alle sehr zufrie­den, wie gut Bastian gelungen war. Später schlichen die drei kichernd zum oberen Badezimmer, das im Kel­ler war einfach zu klein, um eine ausgiebige und dringend notwendige Ganzkörperwäsche zu zelebrieren. Sie hatten dabei ihren Spaß, sie lachten und quietschten ausgelassen. Nicht eine Körperöffnung wurde dabei aus­gespart, kein Flecken Haut oder Fell wurde ausgelassen und keine Strähne Haar übersehen.

Van Furr hatte all das, wie schon bei früheren Gelegenheiten, auf seinem Monitor beobachtet. Die vielen Ka­meras, die im Raum versteckt waren hatten jede Bewegung, jeden Akt zuverlässig in bester Qualität aufge­zeichnet. Und wenn es soweit war, würde auch dieses Material an eine kleine sehr gut ausgewählte und zah­lungskräftige Klientel versendet, und so seinen Beitrag zur Finanzierung der Praxis leisten. Und zudem konn­te sich Bastians neuer Chef über die Fähigkeiten seines neuesten Angestellten überzeugen, es sei denn er wollte es am eigenen Leib erfahren, aber das würde Al Bhawris Angelegenheit sein. Dann machte sich van Furr auf, um in die Küche zu gehen. Zum einen hatte er Hunger bekommen, zum anderen wollte er Bastian Maahes begrüßen. Ein klangvoller Name, außergewöhnlich und passend zu einer ungewöhnlichen Person.
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G._Kabashi

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Re: Reif für die Insel
« Antwort #4 am: 10 Mai, 2018, 11:25:45 »

Angestochen

Eines Tages, kurz vor seiner geplanten Abreise bat Karolus Bastian in eines der Behandlungszimmer. Es war keine Untersuchung angesetzt gewesen und Bastian war noch von seinem 2 Stundenlauf ganz erhitzt gewe­sen. Doch die Aussicht mit seinem liebsten Freund einige Zeit allein zu verbringen ließ ihn freudig zustim­men. Karolus eröffnete ihm im Raum aber ein Anliegen, das für Bastian schwer verdaulich war.

„Piercings?“ fragte Bastian erstaunt und zweifelnd zugleich. „Also ich weiß nicht.“ sein Schwanz zuckte ner­vös, er hatte das neue Körperteil mittlerweile gut im Griff, besonders nachdem Katti ihn in die Geheimnisse seines neuesten Körperteiles eingeweiht hatte.

„Kein aber!“ sagte Karolus bestimmt. „Dass gehört auch zu dem Auftrag. Al Bhawri hat darauf bestanden, dass du gepierct wirst. Und er hat ein paar sehr schöne Schmuckstücke ausgesucht! Nach seiner Aussage, sind alle Stücke echte Handarbeit und haben ein Heidengeld gekostet“

„Ein paar?“ Bastian schluckte „Wie viele sollen es denn sein?“

„Mindestens drei Stück. Und zwar hier, hier und da auch!“

Nacheinander tippte er auf Bastians Nippel und seine Nase. Bastian wurde etwas unwohl, bei dem Gedanken daran durchstochen zu werden, besonders seine Nippel waren recht empfindsam, doch als er es sich recht überlegte kam es ihm gar nicht so mehr so abwegig vor. Karolus hatte zumindest nicht zwischen seine Beine gedeutet.

„Wer wird es machen, etwa du?“ fragte er Karolus.

Er hörte hinter sich ein klatschendes Geräusch.

„Nein, das werde ich machen!“

Bastian fuhr herum. Katti war still und heimlich hinzugekommen und das klatschende Geräusch waren Gum­mihandschuhe ge­wesen, die sie in ih­ren Händen gehalten hatte und nun überstreifte. Sie schob einen Stuhl vor Bastian und deutete auf ihn.

„Setz dich hin!“ ordnete sie an, und ohne zu Zögern gehorchte er und setzte sich in den Behandlungsstuhl.

„Wo fangen wir am besten an?“ überlegte sie laut.

Während sie ein Tablett mit Zangen, Nadeln, Tupfern und zwei Sprühflaschen bestückte und es neben Basti­an auf einen Tisch stellte. Karolus hatte derweil ein anderes Tablett genommen, auf dem Bastian es golden blitzen sah. Sein Maul wurde trocken und nervös leckte er sich über seine Lefzen. Karolus grinste.

„Wie wäre es mit der Nase?“ schlug er vor.

„Meine Nase?“ rief Bastian aus und verbarg die feuchte Blaue Nasenspitze unter seiner Hand.

„Gute Idee! Halt bitte seinen Kopf fest, ich möchte nur ungern Vorbeistechen!“

Sie blickte Bastian in die Augen, er beruhigte sich und sein Atem ging nun wieder tiefer und gleichmäßiger. Er war in guten Händen, was sollte also schiefgehen?

„Ich weiß, das du nicht zucken wirst, aber nur um wirklich sicher zu gehen. OK?“

„G … gut. Bringen wir es hinter uns!“

Karolus stellte sich hinter ihn und hielt Bastians Kopf fest.

„Etwas höher mit seiner Nase. … Ja so ist es gut. Jetzt nicht loslassen! Bastian, atme jetzt bitte durch den Mund, ja. So ist es gut. “

Sie tupfte ein Antiseptikum, der scharfe Geruch ließ Bastian zusammenzucken, in jedes Nasenloch und dann ein tupfte sie ein leichtes Betäubungsmittel auf die Nasenscheidewand. Fast augenblicklich wurde seine Nase taub und Gefühllos. Dann setzte sie eine Klemme an, die mit zwei Röhren versehen war, um die Pierce-Nadel auch wirklich gerade führen zu können.

„Ok, 3, … 2, … 1, jetzt!“

Katti setzte die Nadel an und stach sie durch Bastians Nasenscheidewand. Seine Nasenflügel bebten. Karolus verstärkte seinen Griff, als er merkte, wie Bastian zucken wollte. Die Wunde blutete leicht, doch die Naniten verschlossen rasch die beschädigten Gefäße. Vorsichtig erweiterte sie das Loch, bis es groß genug war.

„Gib mir den großen Barbell!“

Karolus ließ Bastian los und nahm das schwere Goldene Schmuckstück, desinfizierte es sorgfältig und reichte es an Katti weiter. Ohne weiter Zeit zu verschwenden führte sie den gebogenen Stab durch das Loch in Bas­tians Nase. Sie spürte einen leichten Wider­stand, dann saß das Piercing perfekt. Sie verschraubte zuletzt eine kleine Goldkugel an das Barbell als Ab­schluss. Katti ließ den Barbell los und das Piercing fiel auf Bastians Oberlippe.

„Das erste ist fertig! Willst du es sehen?“

„Ja!“ hauchte der Hybrid.

Katti nahm einen Spiegel und hielt ihn Bastian vors Gesicht.

„Woah.“ rief er aus und berührte das Schmuckstück vorsichtig. „Machst du weiter?“

„Aber sicher, ich bin gerade aufgewärmt. Nun die Brustwarzen.“

Sie sprühte das Desinfektionsmittel auf seinen linken Nippel, dann massierte sie ihn, bis er steif war. Er ragte nun fast einen halben Zoll hervor. Dann betäubte sie ihn und desinfizierte erneut. Karolus bereitete einen kleineren Barbell vor.

„Das könnte jetzt etwas wehtun. Ich zähle bis 5. Ok?“

Bastian nickte. Katti setzte die Nadel an.

„1 … 2 … 3 …“

Sie stach zu. Bastian zischte überrascht auf.

„Schnell jetzt!“

Karolus reichte ihr das Nippelpiercing. Ein ebenso massiv goldener Barbell wie er schon in Bastians Nase hing und mit derselben Schnelligkeit, wie kurz zuvor, war er montiert.

„Der Nächste“

Sie wiederholte die Prozedur an seinem rechten Nippel und bald war auch dort ein weiterer Barbell an sei­nem Platz. Bastian hatte die Augen vor Schmerz zusammengekniffen, denn obwohl oberflächlich betäubt hat­te er doch genügend gefühlt und eine kleine Träne rann dem Hybriden die breite weiße Wange herab. Katti betrachtete ihr Werk mit Stolz.

„Sehr schön! Bastian mach die Augen auf, es ist fertig!“

„Wirklich?“ fragte er etwas mitgenommen.

Er öffnete seine Augen und blickte in den Spiegel, den ihm Katti vorhielt. Seine gepiercten Brustwarzen stan­den hervor und die Barbells lagen schwer auf seiner Brust. Die Enden dieser beiden waren mit je einem klei­nen Smaragd und einem Rubin geschmückt. Er fand es wunderschön. Seine Nippel fühlten sich etwas taub an und er spürte den Schmerz des Durchstechens noch immer. Gedämpft, aber er war trotzdem da. Kleine Bluts­tropfen rannen seine Brust herab, aber die Naniten hatten auch hier bereits mit der Heilung begonnen. Bastian fand es schön und er überlegte kurz, während er seinen Körperschmuck bewunderte und kam zu einem über­raschenden Schluss, denn auf dem Tablett war ihm etwas ins Auge gestochen. Jetzt hatte ihn der Ehrgeiz ge­packt.

„Katti?“

„Ja!“

„Mach in meine Ohren diese beide Knöpfe rein! Beide in das rechte Ohr, bitte.“

Er deutete auf das Tablett, auf dem noch zwei Plugs lagen.

„Wie du willst. Du bist wohl auf den Geschmack gekommen?“

Bastian grinste sie nur an und nickte. Katti schabte mit einem Skalpell von seinem rechten Ohr etwas Fell ab bis seine Blaue Haut frei war, dann betäubte sie die Stellen und sprühte das Desinfektionsmittel aufs Ohr.

„Los geht’s!“

Katti stach zweimal mal durch Bastians Ohrmuschel und befestigte die Plugs. Auf einem blitzte ein kleiner Rubin auf dem anderen war ein Smaragd.

„So das ging ja schneller als gedacht. Jetzt ist es aber fürs erste genug.“

Bastian bewunderte im Spiegel seinen Ohrschmuck.

„Ja jetzt reicht es. Fürs erste!“ sagte er grinsend und küsste Katti, voller Dank für diese Erfahrung. Die Pier­cings standen ihm, das hätte er nicht gedacht und wer weis, Intimschmuck hörte sich nun auch etwas inter­essanter an, später vielleicht.


Abschiede

Die nächsten Tage verliefen recht anspruchsvoll. Bastian musste sich an seinen neuen Körper gewöhnen, was ihm mit der Unterstützung von Karolus und Katti recht gut gelang. Immer wieder verschwand er abwech­selnd mit Karolus oder Katti in sein Zimmer, öfters auch mit beiden zugleich. Dann wurde er von van Furr regelmäßig durchgecheckt und er bekam eine intensive psychologische Behandlung, wie sich van Furr ausge­drückt hatte, um seine neue Persönlichkeit zu festigen und sicherzustellen, dass der alte Sebastian endgültig verschwunden war. Karolus war weniger diplomatisch, er nannte es Gehirnwäsche. Bastian war es gleich. Er legte auf Maneska keinen Wert mehr, für ihn war sein altes ich nur noch eine Erinnerung, die mit vielen nega­tiven Punkten behaftet war. Sein neues Selbst, auch wenn nun ein Gutteil davon tierische Wurzeln hatte, ge­fiel ihm viel besser. Neben seiner Ausbildung zum „Animalteur“, das Wort hat sich Karolus ausgedacht, trai­nierte er seinen Leib mit Dauerlauf und improvisiertem Muskeltraining. Er war Abends stundenlang unter­wegs, wenn die Bauarbeiter ihren verdienten Feierabend gemacht haben. Die hoben zu dieser Zeit die Funda­mente für einen großen Zwinger aus, der die künftige Heimstatt für einen anderen Mitarbeiter sein sollte. Bastian stellte keine Fragen, das war nicht seine Angelegenheit. Er sah jedenfalls zu, dass er nicht entdeckt wurde. Van Furr hatte ihm das eingebläut. Es war nämlich ein hübscher Aufwand die Erinnerungen bei den Handwerkern so zu löschen, dass keine Lücken im Gedächtnis zurückblieben.

An einem Tage wurde er von Karolus ins Labor gerufen.

„Das sollst du unbedingt sehen!“

„Was?“

„Ich lasse Sebastian Maneska verschwinden!“

„Verschwinden?“

„Klar! Schließlich wollen wir kein Aufsehen erregen, also muss Maneska verschwinden! Es wird dir gefal­len.“

Fasziniert sah Bastian in den nächsten Stunden über die Schulter von Karolus, als dieser sein altes Leben di­gital auslöschte. Abmeldung im Einwohnermeldeamt. Abwicklung seiner Versicherungen und seines Kontos bei der örtlichen Bank. Seine paar Verpflichtungen waren auch bald Geschichte. Niemand würde einen Grund haben dem fetten Mann nachzuforschen. Eine Scheinstory über ein Erbe im Ausland war von Karolus spie­lend leicht erstellt worden. Eine überhastete Ausreise und keine Nachsendeadresse, huch, die hatte Sebastian Maneska wohl vergessen zu hinterlegen. Fort war seine alte Identität, ohne Möglichkeit der Wiederkehr. Ein­zig der Brand in seinem alten Heim machte Bastian Sorgen, doch Karolus hatte ihm die aktuellen Ergebnisse der Ermittlungen zeigen können und zerstreute seine Bedenken. Der Rest schien für Karolus eine Formsache zu sein.

„Sag mal, wie oft hast du das schon gemacht?“

Karolus hatte soeben mit einem Klick das Einwohnermeldeamt manipuliert. Der arme IT-Admin tat ihm gele­gentlich leid, doch der konnte wieder mal die Schuld auf die Hardware schieben.

„Ähm ein paar mal. Aber das willst du gar nicht wissen!“

„He, he, he, das ist wohl besser, oder?“

„Das ist es!“

„Darf ich dir persönlich meine Dankbarkeit zeigen?“

„Wie könnte ich eine solch brave Bitte verneinen.“

Bastian leckte sich die Lefzen.

Ein paar Tage später erschien ein Interview mit Kommissar Hartung, dem Leiter der Soko, in der örtlichen Tageszeitung. Hartung ging von Brandstiftung aus, denn der Fall zeigte große parallelen zu anderen Bränden in der Stadt und der Feuerteufel war noch immer auf frei­em Fuß, und ein Verdächtiger war nicht in Sicht. Die Frage, dass einer der Hausbewohner, Sebastian Maneska, plötzlich verschwunden war, erschien Hartung nicht wichtig. „Herr Maneska hatte ein wasserdichtes Alibi, dass er vor kurzem mit unbekanntem Ziel verzo­gen ist, ändert daran nichts. Basta!“ war Har­tungs klare Antwort.



Etwas später hatte van Furr einen lupenreinen Diplomatischen Ausweis für Bastian erhalten, ähnlich wie der von Katti. Bastian Maahes war nun auch offiziell geboren und nun auch unantastbarer Bürger einer Nation, die der Praxis schon immer wohlgesonnen war. Ein schöner Vorteil, wenn man daran dachte, dass Bastian demnächst zu seiner neuen Arbeitsstätte aufbrechen würde. Und wirklich erschien eines Morgens der Auf­traggeber, Mahamad Al Bhawri, persönlich, um seinen neuesten Angestellten kennenzulernen und auch zu­gleich abzuholen. Der hoch aufgeschossene, schlanke, fast schon hagere Mann stieg aus Paschulkes Taxi und trat van Furr selbstbewusst mit ausgestreckter Hand entgegen, er trug nur einen kleinen Aktenkoffer. Pech­schwarzes Haar umrahmte ein aristokratisches Gesicht. Van Furr meinte in Erfahrung gebracht zu haben, das die familiären Wurzeln des Ägypter bis in die alte königliche Familie reichten. Nicht dass er ein direkter Nachfahre des letzten Königs war, sondern von einer Seitenlinie abstammte. Paschulke grüßte kurz, dann sich das Taxi auch schon wieder in Bewegung und fuhr zurück zum Tor. Er hatte von der Zentrale einen wei­teren Auftrag erhalten, sonst hätte er gerne einen Plausch mit Karolus geführt.

„Doktor van Furr, ich freue mich sie endlich persönlich zu treffen!“

Van Furr ergriff die Hand des großen Ägypters und schüttelte sie.

„Die Freude liegt ganz auf meiner Seite Herr Al Bhawri. Sie hatten eine gute Reise?“

„Hatte ich, die hatte ich, jawohl. Und es ist immer wieder schön in dieses feine Land zu kommen, auch wenn es etwas kühl ist.“

„So ist es wohl. Was machen die Geschäfte?“

„Bestens, es sind zwar schwere Zeiten, aber unsere Gäste scheinen sich um so mehr Ausgleich zu wünschen. Meine Partner und auch ich, wir können es gar nicht erwarten unseren neuesten Betreuer kennenzulernen. Wie war sein Name noch mal, …, Maahnes?“

„Maahes, Bastian Maahes.“ verbesserte van Furr. „Er wird Ihnen gefallen und sicher den großen Erwartun­gen gerecht werden, die in ihn gesetzt werden!“

„Ich habe von Ihnen nichts anderes erwartet!“

Van Furr führte seinen Gast in sein Büro, dass von Karolus und Katti auf Vordermann gebracht worden war und nun geradezu vor Sauberkeit blitzte und blinkte. Van Furr war den beiden mehr als dankbar dafür, er war einfach ein Büro-Messi, konnte einfach nichts wegwerfen. Sie nahmen in der Sitzecke Platz und van Furr bat über die Rufanlage Katti ins Büro zu kommen. Er hatte sie zuvor gut instruiert, sich gesittet zu kleiden, Al Bhawri war zwar nicht strenggläubig, aber doch ein Moslem aus gutem Hause. Dass er der Leiter eines streng abge­schirmten Fetisch-Ressort war, bedeutete nicht automatisch, dass er bei einer geschäftlichen Be­sprechung von zu viel femininer Ausstrahlung umgeben sein möchte. Bald erschien seine feline Assistentin. Sie hatte sich wirklich die Worte ihres Chefs zu Herzen genommen und sah gesittet und doch sehr attraktiv aus. Sie hatte sich wieder drei Zöpfe gemacht und trug ein Bodenlanges weißes Schwesternkostüm, das züch­tig bis zu Ihrem Hals geschlossen war. Van Furr erkannte den Schnitt von alten Bildern des frühen 20 zigsten Jahrhunderts wieder. Er war von ihr an einigen Punkten abgeändert worden, um besser mit ihrer dreifachen Oberweite zu korrespondieren, die nun, obwohl züchtig bedeckt, doch nicht verheimlicht, sondern unterstri­chen wurde. Sie sah zau­berhaft aus. Auf ihrem Kopf trug sie dazu eine passende Schwesternhaube. Al Bha­wri schien sehr beein­druckt zu sein, von Ihrer Erscheinung. Er fiel in seine Muttersprache und stieß mit vor Überraschung geweiteten Augen ein paar Wörter aus, die weder van Furr noch Katti verstanden, bis auf das Wort „Bastet“, das hatten beide erkannt. Al Bhawri fasste sich wieder und erhob sich von seinem Platz.

„Ver... verzeihen Sie meine Unhöflichkeit!“ sagte er, „Ich, ich bin einfach überrascht gewesen!“

Er trat Katti entgegen und verbeugte sich vor ihr, Katti blickte fragend zu van Furr, der mit den Schultern zuckte.

„Verzeihen Sie mir.“ wiederholte er. „Mahamad Al Bhawri, dritter Sohn des Mustafa aus dem Hause des großen Mu­hammad Ali Pascha.“ stellte er sich Katti höchst formell vor, „Es ist mir eine Ehre eine Tochter der verehrungswürdigen Bastet zu begegnen.“

Da erst ging den beiden ein Licht auf. Bastet, die alte ägyptische Göttin, die den Kopf einer Katze hatte. Katti schaltete schneller als van Furr, auch wenn sie nur grob im Bilde war. Sie hielt dem ehrfürchtig aufblicken­den Mann Huldvoll die rechte Hand entgegen. Zaghaft ergriff er sie mit beiden Händen und hauchte ihr den char­mantesten Handkuss auf den Handrücken, den sich eine Frau von einem Gentleman nur wünschen konn­te. Seine Augen leuchteten vor Freude auf, als Katti ihn freundlich ansprach.

„Ich fühle mich auch von Ihnen geehrt, doch bin ich nur eine einfache Assistentin des Doktors.“

„Kommen Sie mit mir und Sie werden wie eine Göttin verehrt werden.“

Katti lachte überrascht von diesem Angebot auf, meine Güte was für ein Charmeur! Er gefiel ihr. Van Furr mischte sich nun ein, er befürchte­te schon, dass der Ägypter ihm seine liebste Mitarbeiterin abspenstig ma­chen wollte.

„Mein lieber Al Bhawri, Katti ist mir mehr Wert als alles andere auf der Welt. Ich bitte Sie!“

„Zu Schade! Sie ist eine Schönheit und würde das Ressort schmücken wie ein Kronjuwel!“ sagte der Mann zu van Furr. Sein Blick wanderte wieder zu Katti.

„Wer weis schon was die Zukunft bringt. Ich werde mir merken, dass Sie eine Tochter Bastets wünschen.“ und an Katti gewandt fügte er seine Bestellung an. „Meine liebe Katti, sei so gut und bring uns frischen Tee, den guten mit Minze. Und wenn Bastian mit seinem Training fertig ist, soll er, nachdem er sich frischge­macht, zu uns kommen. Richtest du es ihm bitte aus!“

„Wie Sie es wünschen!“

Katti machte einen Knicks, zwinkerte dem Ägypter zu und verließ das Büro.

„Ich, ich ….“ stammelte Al Bhawri.

„Sagen Sie nicht, Sie wären zu überrascht gewesen, schließlich wissen Sie genau zu was ich, zu was meine Unternehmung hier fähig ist, oder?“

„Verzeihen Sie, Sie haben natürlich recht, aber Sie haben nie erzählt, dass Sie so eine Mitarbeiterin haben. Wie gelingt es Ihnen dieses Geheimnis hier zu hüten!“

„Zum einen haben Sie nie gefragt und zum anderen ist das ein Betriebsgeheimnis!“ lachte van Furr.

Dann begannen die beiden Männer über den Abschluss der Transaktion zu sprechen. Sie wurden nur kurz von Kattis Rückkehr unterbrochen, die ihnen den gewünschten Tee servierte. Al Bhawri nippte am Tee und war positiv überrascht wie gut er gelungen war. Stark, heiß und süß, nicht zu vergleichen mit der Plörre, die ihm  in sogenannten Edelherbergen kredenzt wurde. Zu gerne würde er diese Assistentin mit sich nehmen, doch da müsste er sich wohl solange gedulden müssen, bis eine andere passende Kandidatin gefunden würde. Nun war etwas anderes wichtiger, er wollte endlich seinen neuen Mitarbeiter kennenlernen.

Katti schnurrte vergnügt, als sie in die Küche kam. Karolus blickte von dem Magazin auf, in das er vertieft war, dann senkte sich sein Blick wieder auf die Zeilen eines Artikels. Katti trat hinter ihn und schlang dann ihre Arme um ihn und rieb Ihren Kopf an den seinen.

„Womit hab ich das verdient?“ fragte Karolus und drückte ihr einen Kuss auf die haarige Wange.

„Du musst gut auf mich aufpassen! Unser Auftraggeber war hin und weg, als er mich sah!“

„War er das, so, so!“ er ließ das Magazin fallen und ergriff ihre Arme, nie, niemals würde er etwas zulassen, dass Katti nicht selber wollte.

Die Tür zur Küche öffnete sich und Bastian lugte herein.

„Bin wieder zurück!“ rief er, dann sah er seine beiden Lover innig umarmt. Katti guckte zu ihm herüber.

„Bastian, gut dass du endlich da bist! Dein zukünftiger Chef ist im Büro und deine Anwesenheit ist erforder­lich. Mach dich schnell frisch!“

„Mein Chef?“ er schluckte „Dann ist wohl die schöne Zeit hier vorüber.“

Katti löste sich von Karolus und ging zu ihm. Sie ergriff Bastians starke Hände, zog ihn zu sich und drückte ihm einen dicken Kuss auf sein Maul. Ihre Zunge forderte Einlass und dem wurde stattgegeben. Ihre Hand griff sanft in seinen Schritt und umfasste dort was er zu bieten hatte.

„Nicht traurig sein! Wir werden uns wiedersehen und es ist ja nicht so, als ob wir nicht gewusst hätten, dass dieser Tag einmal kommen würde. Du wirst so viele Menschen und Wesen wie wir es sind kennenlernen, so­viel Spaß haben! Und wir werden dich und deine Freunde, unsere Brüder und Schwestern besuchen kom­men.“

„Das will ich hoffen!“ sagte Bastian und riss sich von ihr los. Er schien plötzlich wie ausgewechselt zu sein.

„Eine heiße Dusche erst und dann eine kalte Dusche, dann in etwas sportliches geschlüpft und ab zum Chef. Weehaa!“ und weg war er.

„Das hat er aber gut verkraftet.“ murmelte Karolus.

„Ich werde ihn vermissen.“

„Ich doch auch!“

Bastian war aufgeregt. Er hatte längst seinen Koffer gepackt und auf der Lehne seines Stuhles war bereits der Umhang geworfen, den er während der Reise tragen würde. Er hatte sich geduscht und abgetrocknet, das hat am längsten gedauert. Seine schwarze Mähne war wie üblich nicht zu bändigen gewesen, also blieb sein Schopf au naturell. Er schlüpfte in eine Kniebundhose aus leichtem Leinen, sie war passgenau und von Katti persönlich geschneidert. An die gewaltige Ausbeulung in seinem Schritt hatte er sich längst gewöhnt und zog ein kurzes Muskel-Shirt an, so dass sein Sixpack gut zur Geltung kam. Er spielte kurz mit seinen Nip­pel-Piercings dann begutachtete er sich im Spiegel. Wie er sah, gefiel ihm außerordentlich und wieder mal fragte er sich, was für eine Katzenart seine Basis bildete. Van Furr und Karolus hüllten sich dazu in Schweigen. Bastian meinte das ein Löwe und vielleicht auch Tiger darin sein musste, die von der weißen Spielart. Da war er sich nachgerade sicher. Was er im Spiegel sah, gefiel ihm. Er befand sich für vorzeigbar und machte sich auf zum Büro. Vor der Tür machte er kurz Halt, atmete zwei­mal tief ein und aus, dann klopfte er an die Tür. Das leise Gespräch verstummte.

„Komm herein!“ erklang van Furrs Stimme.

Bastian öffnete die Tür und trat ein. Van Furr und sein Gast erhoben sich und der Ägypter trat vor Bastian und musterte dessen Erscheinung. Bastian würde etwas nervös, es war ihm anfangs unbehaglich, er fühlte sich wie bei ei­ner Fleischbeschau, doch er ließ sich nichts anmerken und lächelte sogar freundlich, wobei sei­ne Zähne auf­blitzten. Auf ein Zeichen von van Furr hin drehte sich Bastian langsam um seine eigene Achse. Mahamad Al Bhawri schien zu gefallen was er da sah. 'Ja,' dachte er, 'van Furr hatte nicht zuviel versprochen und hat wirklich unsere Wünsche wunderbar umgesetzt.' Ein kleiner Test war noch notwendig. Al Bhawri verneigte sich leicht vor Bastian und sprach einige Worte in einer fremd klingenden Sprache. Bastian antwor­tete ohne zu zögern in derselben kehligen Sprache. Al Bhawri's erstaunter Gesichtsausdruck sprach Bände.

„Unglaublich. Doktor van Furr. Einfach unglaublich.“

Die Augen des Ägypters blitzten freudig. Bastian sah verwirrt drein. Er hatte doch nur höflich den freundli­chen Gruß des Ägypters, seines Chefs in spe, erwidert. Das war doch nichts Besonderes. Der Ägypter wandte sich an Bastian, der immer noch nicht begriffen hatte, warum der Mann vor ihm so reagierte.

„Ihnen war es nicht bewusst?“ fragte ihn der lange, schlanke Mann.

„Was? Was meinen Sie?“ Bastian war verwirrt, was meinte Al Bhawri.

„Sie haben mir im besten Altägyptisch geantwortet! Und sogar nun sprechen Sie mit mir fließend modernes Ägyp­tisch mit einem leichten Kairoer Akzent.“ Der sympathische Ägypter feixte.

Überrascht von den Worten Al Bhawris guckte Bastian zu van Furr herüber.

„Er hat recht. Du musst schließlich mit Menschen sprechen können, die aus den unterschiedlichsten Kultur­kreisen stammen.“

„Und?“ fragte er den Ägypter.

„Hm, soweit so gut.“ Al Bhawri rieb sich sein Kinn. „Entkleiden Sie sich bitte!“

Bastian warf van Furr einen fragenden Blick zu, doch der lächelte und bedeutete ihm dem Wunsch nachzu­kommen. Bastian streifte das Muskel-Shirt ab und legte es über einen Stuhl, dann schlüpfte er aus den Sanda­len und schob sie mit einem Fuß beiseite. Dann zog er seine Kniebundhose aus. Bei jeder Bewegung spürte er wie der Blick des Ägypters auf ihm ruhte, ihn regelrecht abscannte, jede Einzelheit seiner Vorderseite be­gutachtete. Bei jedem Kleidungsstück das er ablegte wurde die Miene des Mannes zufriedener. Zuletzt trug er nur noch seine Boxershorts.

„Weiter, weiter!“ forderte Al Bhawri. Kleine Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn. Dem Mann wurde warm.

Bastian fügte sich und das letzte Kleidungsstück legte er auf dem Stuhl ab. So stand er schließlich vollkom­men entkleidet im Raum und wurde eingehend begutachtet. Die Augen seines Chefs in Spe waren auf seine Hüften gerichtet und, ob Bastian es wollte oder nicht, das erregte ihn. Die Spitzen seiner beiden Glieder rag­ten bereits aus ihren schützenden Hüllen hervor. Das Blau stach geradezu hervor.

„Sehr, sehr schön.“

Konnte Bastian da Anerkennung hören? Seine Backen brannten. Vor Stolz? Er war dankbar für sein weißes Fell, dass sein aufgeregtes zittern verbarg und seine dunkler gewordene Haut verbarg. Aber seine Nase? Oy, joi, joi. Die leuchtete geradezu Blau auf.

„Drehen Sie sich noch einmal, b… bitte!“ Al Bhawri löste sich seine Krawatte, er brauchte etwas mehr Luft. War das Zimmer wärmer geworden?. Bislang gefiel ihm alles sehr gut.

Bastian drehte sich also noch einmal um die eigene Achse, so wie es von ihm gewünscht wurde. Das tat er sehr langsam, so dass Al Bhawri alles, wirklich alles, gut sehen konnte. Seine beiden Glieder lugten bereits deutlich hervor und bald würden sie so stramm und steif sein, wie bei seiner ersten Erweckung. Bastian grinste. Van Furr beobachtete seinen Gast, der, so wie der Mann aussah und sich benahm, sehr erregt zu sein schien. Al Bhawri leckte sich seine Lippen.

„D … darf ich?“ fragte er scheu und blinzelte Schweiß aus seinen Augen.

Bastian hatte diese Frage schon lange erwartet. Er konnte die Erregung des Mannes riechen, konnte die Hitze spüren, die von Al Bhawri ausging. Er fand ihn akzeptabel.

„Natürlich dürfen Sie!“ die Worte waren so einfach ausgesprochen.

Scheu trat Al Bhawri zu Bastian. Sein Herz schlug wie wild. Er schwitzte wie ein Fellache bei der Feldarbeit. Sein vor kurzem noch frisches Seidenhemd war bereits durchgeschwitzt und klebte an seinen Armen. Seine kühn geschwungene Nase bebte. Bastian sah auf Al Bhawri herab, seine Nase leuchtete Blau und die blauen Augen funkelten seinen zukünftigen Arbeitgeber freundlich an. Al Bhawri sah zu Bastian auf. Seine dunklen Augen waren weit aufgerissen, sein Mund offen und seine Zunge leckte wieder und wieder über seine Lip­pen. Dieses mal fragte Bastian, was ihn dazu trieb war ihm nicht klar. Es schien richtig zu sein. Es wurde von ihm erwartet, war doch sein Job, oder?

„Darf ich? Bitte?“

Wie betäubt nickte Al Bhawri. Wie konnte er eine Bitte ablehnen. Bastian legte seine Hände auf die Schultern des Mannes und hielt ihn mit sanfter Kraft fest. Sein geöffnetes Maul näherte sich dem Mund des Mannes. Speichel tropfte auf Mahamads Zunge und er leckte sich seine Lippen ein letztes mal, bis sich Ihre Lippen berührten. Der Kuss schien unendlich lange zu dauern. Dann löste sich Bastian von seiner neuesten Erobe­rung und nahm ihn bei der Hand.

„Kommen Sie? Wollen wir uns näher kennenlernen. Sie wollen das doch auch, ich sehe es, rieche es, fühle es!“

Bastian führte Mahamads Hand zu seiner Brust und drückte sie fest an sich, so dass der Mann seinen Herz­schlag fühlen konnte.

„I … ich will es!“ hauchte Al Bhawri schüchtern. Er war übermannt worden. Was würde seine Frau dazu sa­gen? Seine Familie? Bis vor wenigen Augenblicken war er ein Hetero gewesen, doch nun? War er nun ein Homo? Nein, er liebte seine Frau über alles. Bi. Ja, Bi. Damit konnte er leben. Wie in Trance ließ er sich von Bastian aus dem Büro führen.

„Doc. Wir ziehen uns zurück. Sie wissen schon!“

Bastian zwinkerte ihm mit seinem linken Auge zu und van Furr lächelte sein breitestes Lächeln. Dann waren die beiden auch schon fort. Van Furr setzte sich an seinen Computer. Er rief sich die letzten Stunden auf und hackte seine Beobachtungen ein. Das war sehr wichtig für die zukünftigen Aufträge. Und er war so in seiner Arbeit vertieft, dass er wieder mal die Zeit vergaß.

Bald darauf kam Katti ins Büro. Sie war neugierig geworden, und wollte auch fragen ob etwas fehlen würde. Überrascht stellte Sie fest, dass van Furr alleine war. Der Doktor arbeitet an seinem Computer. Die beiden Tassen standen halb ausgetrunken und eiskalt auf dem Tisch. Von Bastian und Al Bhawri fehlte jede Spur. Nur Bastians Kleidung lag auf einem Stuhl. Sie nahm die Kleidungsstücke an sich und widerstand dem Drang an dem Muskelshirt zu schnuppern.

„Wo sind die beiden?“ fragte sie.

Van Furr war mal wieder zu tief in seiner Arbeit vertieft, so dass sich Katti räusperte und ihre Frage lauter wiederholte. Da bemerkte van Furr endlich, dass er nicht mehr alleine war. Er ließ von der Tastatur ab, ver­schränkte die Hände hinter seinem Kopf und lehnte sich entspannt zurück.

„Och, die beiden? Die haben sich zu einem Vier-Augen-Gespräch zurückgezogen. Ich bezweifele allerdings, dass sie sich viel zu sagen haben. Da sprechen Bastians Taten sicher mehr.“ er grinste süffisant.

„Sie meinen?“

„Yep!“

„Wie lange schon?“

Van Furr sah auf sie Uhr des Computers.

„So etwa eine und dreiviertel Stunde.“

„Dann sind die beiden noch nicht fertig.“ stellte Katti fest.

„Ganz bestimmt nicht!“

„Schade, die beiden werden das Mittagessen verpassen.“

„Was gibt es denn?“

„Zu Ehren unseres Gastes habe ich Couscous zubereitet.“

Van Furr lief das Wasser bereits im Munde zusammen, wenn er nur daran dachte.

Al Bhawri und Bastian verpassten nicht nur das Mittagessen, sondern auch den Nachmittagskaffee. Sie lagen beide eng aneinander geschmiegt im Bett. Al Bhawris Kopf ruhte auf Bastians Brustkorb. Bastian hielt schüt­zend seinen Arm um den, zu ihm vergleichsweise, zarten Mann geschlungen. Er spürte eine Änderung im Atem Rhythmus von Mahamad, er war erwacht.

„Wie geht es dir, Habibi?“ fragte Bastian sanft und gab ihm einen Kuss auf die dunkle Stirn.

„Wunderbar!“ war die kurze zufriedene Antwort.

Mahamad bereute nichts. Weder den Auftrag, noch seine erotischer Abstecher in Liebe unter Männern. Es war der aufregendste Sex gewesen, den er je erlebt hatte. Er war von Bastian genommen worden und hatte Bastian genommen. Sein Hintern würde sicher noch einige Tage brennen, vielleicht hatte der Doktor eine gute Medizin. Bastian hatte wirklich die großen Erwartungen erfüllt, die man in den Auftrag gesetzt hatte. Und sollten Al Bhawris Geschäftspartner ihre Zweifel haben, würde er sie mit Bastian für ein, zwei Stunden in ein Zimmer sperren.

„Und?“ fragte Bastian.

„Und was?“

„Mein Job? Meine Arbeit, habe ich den Job?“

„Den hattest du schon, als ich dich im Büro gesehen hatte!“
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G._Kabashi

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Re: Reif für die Insel
« Antwort #5 am: 10 Mai, 2018, 11:27:28 »



Nachtrag:

Die Geschichte wird mit einem neuen Teil fortgesetzt!
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